Handball-Zweitligist TV Emsdetten: TVE muss beim 32:31-Sieg in Nordhorn noch einmal an seine Grenzen gehen
NORDHORN Das war ein echter Handball-Krimi, das war Leidenschaft pur von beiden Teams! Hauchdünn mir 32:31 gewann der TVE am Samstag vor 2 270 Zuschauern im "Euregium" bei HSG Nordhorn-Lingen.
Auch beim Sieg in Nordhorn war Elvir Selmanovic der "Kopf" der TVE-Truppe. (Foto: Bernd Oberheim )
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Ganz weit gefehlt! Von der ersten Minute an merkte man in der regelrecht aufgeheizten Nordhorner Halle, dass es dem Gastgeber offenbar gar nicht schmeckt dass ihn der TV Emsdetten sportlich überholt hat und eventuell schon bald einen Platz in der Liga einnimmt, in der Nordhorn lange Zeit mitmischen durfte.
Im Klartext: Es ging ganz schon zur Sache auf dem Parkett. Und schon kommen die beiden Referees ins Spiel. Sie waren offenbar aus Dormagen angereist mit dem Gedanken, dass es eben in diesem Derby allein noch um die "Goldene Ananas" geht. Richtig nett und freundlich waren sie, die beiden Schiris. Doch sie griffen nicht durch, als es Zeit gewesen wäre. Und sie hatten auch bei ihrem Strafmaß nicht den Hauch eines roten Fadens.
Da holte der handballerisch voll überzeugende Nordhorner Spielertrainer Maik Machulla zunächst Matthias Aschenbroich von den Pinnen, schlug wenig später Luka Dobelsek mitten ins Gesicht. Und auch Stephan Wilmsen ging gleich zu Beginn mehr als robust zu Werke. Hier hätten die Schiris früher ganz energisch einschreiten müssen. Taten sie nicht. Es hagelte erst nach der Pause förmlich Zeitstrafen, doch die Hektik blieb.
Die Fans des TVE sind gerüstet für die Relegation, das haben sie Samstag schon bewiesen. Die Stimmung in der Halle war klasse, nach 60 Minuten ganz besonders bei den "Grün-Weißen", die mit ihrem Team feierten, als sei der Aufstieg schon gelungen.
Zum Spielverlauf: Bis zum 10:10 blieb die Partie offen, immer wieder war es Machulla, der den Gastgeber mit seinen Treffern im Rennen hielt. Aschenbroich und Selmanovic warfen erstmals eien Zwei-Tore-Führung heraus, mit zwei saufrech verwandelten Siebenmetern sorgte Elvir Selmanivoc für den 15:10-Pausenvorsprung des TVE - ein Polster?
War es nicht! Der TVE schluderte zu Beginn der zweiten Halbzeit förmlich mit seinen Chancen. Da konnten auch vier, fünf Paraden von TVE-Keeper Nils Babin nur wenig retten, Nordhorn verkürzte Tor um Tor, Machulla, Jahns und Hrafnsson drehten richtig auf. Der TVE zeigte wenig Reaktion, das Spiel schien zu kippen.
Die letzten Minuten waren dann nichts mehr für schwache Nerven. Denn plötzlich führte Nordhorn jeweils mit einem Tor, doch Aschenbroich (2), Dobelsek und Miljak sorgten immer wieder für den Ausgleich.
Ein sehr glückliches Händchen bewies Trainer Lars Walter, als er neun Minuten vor dem Ende wieder einen Wechsel im Tor entschied - Guðmundsson ersetzte den keineswegs enttäuschenden Babin.
Drei Bälle wehrte Guðmundsson mit stoischer Ruhe ab, hielt gegen Machulla den zweiten Siebenmeter und lieferte die Basis, dass es doch noch ein TVE-Sieg wurde. Hrafnsson gleicht aus zum 31:31, auf der Gegenseite Siebenmeter für den TVE: Unglaublich, mit welcher Kaltschnäutzigkein Elvir Selmanovic dem HSG-Keeper die Pille um die Hüften kullert - der TVE führt. Nordhorn nimmt den Keeper raus, greift jetzt mit sieben Spielern an und kommt zum Abschluss, doch erneut steht Guðmundssin sicher im Weg.
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