Unterricht im Martinus-Kindergarten: Königliches Vergnügen für junge Schachspieler
GREVEN Sie sind erst fünf oder sechs Jahre alt und spielen dennoch bereits mit großem Enthusiasmus ein Spiel, das gemeinhin als Training für das Gehirn bezeichnet wird: Insgesamt 13 Kinder lernen im Martinus-Kindergarten in drei Gruppen Schach. Die GZ durfte dabei zusehen.
Schach im Kindergarten - in Greven geht das. Diese Gruppe im Martinus-Kindergarten spielt immer mittwochs mit großer Begeisterung. (Foto: Michael Hagel)
- Jugendhandball Regionalliga-Aufstiegsrunde ab 2. Juni
- Unfall in Ostbevern Auto prallt gegen Baum: 29-jähriger Grevener sofort tot
- Biker- und Fahrradladen Bärenfleisch in Dosen
- Neue Schilder und Anlieger Ems und Radwege sollen enger verbunden werden
- GZ-Public-Viewing im Ballenlager Eine Stadt guckt die EM
"Das geht nicht!"
Grundlagentraining. Endlich geht es los. Drei gegen drei, Gruppenschach sozusagen. Bauern werden verschoben, Springer hüpfen los. Leonie überspringt mit ihrem Turm einen Bauern. „Das geht nicht“, greift Ellen Reddemann ein. „Türme können nicht springen.“ Kleine Korrekturen, aber im Großen und Ganzen beherrschen die Kinder die Regeln bereits. Davon ist vor allem Rayen überzeugt. Er kritisiert die Hinweise von Ellen Reddemann: „Schach ist doch ohne was verraten!“ Begim unterstützt ihn: „Ich weiß auch schon, wie das geht!“
Rayens nassforsche Art wird kurz darauf von Leonie bestraft, sie schlägt seinen Springer. Rayen schaut etwas indigniert, aber wirklich tragisch ist so ein Missgeschick nicht. „Die Kinder dürfen ruhig Fehler machen“, sagen Ellen Reddemann und Silke Reißenweber. Beide korrigieren behutsam, lassen aber auch einiges laufen. Es arbeitet mächtig in den Köpfen der Kinder, manche überlegen lange, welcher Zug wohl der beste sein könnte.
Schach ist gut fürs Selbstbewusstsein
„Schach fördert die Konzentration, die Ausdauer und das Selbstbewusstsein“, sagte Kindergartenleiterin Reddemann. Deshalb habe sie auch im Oktober 2011 die Idee von Grevens „Schach-Guru“ Dr. Hartmut Karsten, das Spiel bereits im Kindergarten zu erproben, bereitwillig aufgegriffen. „Und außerdem haben die Kinder wahnsinnig viel Spaß dabei“, meint Silke Reißenweber. Das gehe so weit, dass sie in ihren regulären Kindergartengruppen anderen Kindern etwas davon beibringen wollen.
Was am Ende bei dieser Schach-AG herausspringt, das ist erstmal sekundär. „Es geht uns nicht darum, aus den Kindern möglichst schnell möglichst gute Schachspieler zu machen“, sagt Ellen Reddemann. Dafür seien sie und Silke Reißenweber auch nicht gut genug. Wichtiger sei eine individuelle Förderung und die Begeisterung für ein Spiel, das noch niemanden dümmer gemacht hat. So sehen es auch die Kinder, für sie steigt Mittwoch morgens stets ein königliches Vergnügen.












