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Medienhaus Lensing
03.02.2012 16:51 Uhr
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Landwirtschaft in Kirchhellen: Warme Lampen für kalte Kälber

KIRCHHELLEN Mit der klirrenden Kälte haben nicht nur Kirchhellener Bürger zu kämpfen. Auch Flora und Fauna haben es bei den eisigen Temperaturen schwer. Neugeborene Kälber zum Beispiel müssen deshalb unter die Wärmelampe und brauchen mehr zu fressen.Von Daniel Sczekalla

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Muckelig warm und gemütlich hat es dieses Kalb im Stroh unter der Wärmelampe. (Foto: Daniel Sczekalla)

Der Blick auf das Thermometer führt zu Sorgenfalten auf dem Gesicht von Christoph Wortmann. Denn die Kälte bereitet dem Milchbauern einiges an Arbeit. „Da wir inzwischen alle offene Ställe haben, frieren uns schnell die Wasserleitungen zu und platzen auf“, erklärt Wortmann.

In offenen Ställen gibt's weniger Bakterien

Früher wurden die Kühe in geschlossenen Ställen gehalten. Warme 20 Grad Celsius waren zwar angenehm zum Arbeiten, doch in der feuchten Luft konnten sich Bakterien schnell ausbreiten.

In den offenen Ställen ist das kein Problem mehr, da ein permanenter Sauerstoffaustausch gegeben ist. „Die Kälte macht den großen Tieren wenig aus“, erklärt Wortmann. Solange sie nicht im ständigen Wind stehen. Deshalb hat der Milchbauer Netze aufgehangen, die den Wind brechen sollen.

Im Stroh ist es gemütlich

Etwas mehr Wärme benötigen hingegen die gerade zur Welt gekommenen kleinen Kälber. Die werden nach der Geburt zwar von ihrer Mutter trocken geleckt; damit auch die Restfeuchte den Kleinen nicht schadet, hat Wortmann über jede Box eine Wärmelampe aufgehangen. Damit wird es den Kälbern im Stroh richtig gemütlich. Wenn die Tiere dann noch genug zu fressen haben, sind sie rundum zufrieden.

Bei Kälte brauchen Tiere mehr Futter

Doch auch hier schlägt die Kälte zu. Denn bei solch niedrigen Temperaturen brauchen sie mehr Energie zum Verbrennen. „Wir füttern daher etwas mehr.“ Solange der Frost das Futtermittel nicht einfriert.

Und was gefressen wurde, kommt irgendwann auch wieder ans Tageslicht. In der Regel im Stall kein Problem. Doch inzwischen beginnt sogar der Spaltenboden zuzufrieren, durch den die Fäkalien eigentlich durchfallen sollen.

Letztes Jahr war die Situation schlimmer

Dennoch: „Im letzten Jahr war es mit dem Schnee bedeutend schlimmer“, so Wortmann, der seine Kollegen, die Schweine züchten, etwas beneidet. Die hätten in der Regel geschlossene Ställe und daher weniger Schwierigkeiten.

Den Landwirten auf den Feldern hingegen bereiten die kühlen Tage ebenfalls Sorge: „Ein bisschen Frost ist für die Pflanzen ja ganz gut“, sagt Friedrich Steinberg, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes. „Aber ohne schützenden Schnee bereitet der Frost mit dem Ostwind den Winterkulturen eine gehörige Stresssituation.“  


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