Literarisches Eigengewächs: Der erste "Best of 2012 Poetry Slam" wird nicht der letzte sein
HÖRSTEL Das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst in Hörstel ist seit Jahren ein Treffpunkt für Künstler und Freunde außergewöhnlicher Kunst und Musik. Jetzt haben auch die Produzenten und Vortragende handgemachter Literatur, die sogenannten Slammer, diesen Ort entdeckt. Die Schreib- und Literaturwerkstatt Rheine und der Kreis Steinfurt gingen das Wagnis ein, den ersten "Best of 2012 Poetry Slam Kreis Steinfurt" im Westflügel des ehemaligen Klosters auszutragen.
"Einfach Jens" aus Münster zeigte vollen Körpereinsatz bei der Vorführung seines literarischen Eigengewächs. (Foto: Meisel-Kemper)
Für die Veranstalter war es ein Probelauf. Für alle war es ein Riesenerfolg. Der Moderator und Slammer Matthias Marshalt aus Werl ließ sich nicht umsonst zu eigenen Beiträgen beflügeln, die er natürlich außer Konkurrenz zum Besten gab.
Elf Slammer, die ihre Werke in einem Wettbewerb öffentlich vortrugen, und rund 200 Besucher strömten in das Kunsthaus. Es war ein spannender, fast vierstündiger Wettbewerb, der eigentlich nur Sieger kannte, gäbe es da nicht ein paar Regeln.
In der Endrunde
In zwei Runden stellten die Slammer ihre literarischen Eigengewächse im festgelegten Zeitrahmen von sechs Minuten vor. Nach jeder Runde entschied das Publikum mit bunten Kugeln über Sieg oder Niederlage. Vier Slammer kamen in die Endrunde, traten mit anderen Werken gegeneinander an und wurden wieder durch das Publikum zu Siegern gekürt.
Hanno Fische aus Münster gewann knapp vor "Acho" Achim Leufker aus Rheine den Pokal, den der Kreis Steinfurt für den Sieger des Poetry Slams gestiftet hatte. Auf den dritten Platz kam Annika Blanke aus Bremen gefolgt von Sabrina Günther aus Münster auf dem vierten Platz.
Mit Witz und Humor
Blanke und Günther waren die einzigen Frauen im Wettbewerb. Günther überzeugte trotz ihrer Jugendlichkeit mit reifen Texten und tiefen Einsichten in das facettenreiche Feld der Liebe und der Freundschaft. Blanke legte ein wahnsinniges Sprechtempo vor, in dem sie aus dem Alltag einer Lehrerin berichtete, die immer wieder lustlose Schüler motivieren muss. Leufker berichtete aus dem Familienleben mit einer Tochter, die wohl immer Kind bleiben würde. Hanno Fische brandmarkte im Sprechrhythmus eines Rappers den Gartenfreund so, dass sich das Publikum einmal mehr vor Lachen kaum halten konnte.
Witz, Humor und manchmal auch sprechende Mimik wie bei Herbert Beesten aus Rheine machten auch andere Vorträge der Slammer zum Seh- und Hörgenuss.
In Bewegung
Viele Worte, klare Entscheidungen und immer wieder Applaus für alle Slammer verführte Dr. Peter Lüttmann, Leiter des Kreisdezernats II für Soziales, Gesundheit, Jugend, Schule, Kultur und Arbeit, zu einem zukunftsweisenden Versprechen: "Das sollten wir vielleicht einmal im Jahr an diesem Ort machen." Begeisterter Applaus war sein Preis für diese Zusicherung, die mit dem üblichen Zittern für neue Formate im Vorfeld verbunden war. Bis zuletzt war die Teilnehmerliste in Bewegung. Das Fazit für alle: Einfach toll!














