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Fußball-Westfalenliga
"Laufen und Soccerhalle"
Von Friedhelm Wenning am 4. Februar 2010 14:51 Uhr
EMSDETTEN Sie bemühen sich die Stimmung hoch zu halten, doch das wird von Tag zu Tag schwieriger. "Laufen und Soccerhalle", so unisono die Antwort der Trainer Andreas Höppner (Emsdetten 05) und Roland Westers (Borussia) auf die Frage nach der derzeitigen Trainingsgestaltung.

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Auch Borussentrainer Roland Westers hat Mühe, seine Spieler bei Laune zu halten.
Foto: Bernd Oberheim
Eine intensive Vorbereitung auf die Rückrunde sieht anders aus. Doch das Restprogramm der Westfalenliga beginnt ja sowieso nicht: Schon der zweite für dieses Jahr geplante Spieltag wurde am Mittwoch wegen der Witterung komplett abgesagt.

"In den Gesichtern der Spieler ist natürlich nicht die helle Freude abzulesen", erklärt Andreas Höppner angesichts der Trainingsbedingungen und Spielausfälle. "Es ist jetzt ein gewisses Maß an Eigendisziplin gefordert, und ich muss versuchen, die Stimmung durch Kleinigkeiten hoch zu halten."

Ideal wäre es, Abwechslung in den Trainingsalltag zu bringen. Doch das ist fast unmöglich. "Man kann zum Beispiel mal eine Spinning-Einheit einlegen", so Höppner. "Aber so etwas ist immer mit einer riesigen Organisation verbunden. Wir haben zum Beispiel die Möglichkeit, mal etwas ab Viertel vor fünf zu machen. Doch dann muss ich alle Spieler anrufen, am Ende sagen doch vier, fünf wieder ab, weil sie keine Zeit haben."

Auch bei den Borussen wächst die Unzufriedenheit: "Es kommen mittlerweile auch schon mal überraschende Trainings-Absagen", merkt Roland Westers dass der Spaßfaktor für die Spieler immer geringer wird. Nicht nur deshalb hätte Westers am Wochenende gerne gespielt: "Bielefeld hat einen Kunstrasenplatz. Es wundert mich schon ein bisschen, dass der Spieltag komplett abgesetzt wurde."

Auch Andreas Höppner ist gegen die komplette Absage von Spieltagen: "Preußen Münster II könnte auf seinem Kunstrasenplatz jetzt problemlos spielen."

Auf Ausfälle spekuliert

Einig sind sich beide Trainer, dass die Spielabsagen im Grunde komplett hätten vermeiden werden können. "Man sollte darüber nachdenken, ob es Sinn macht, die Winterpause so früh zu beenden", erklärt Andreas Höppner. "Ich habe ja schon ein wenig auf die Ausfälle spekuliert, darum sind wir erst am 11. statt - wie eigentlich nötig - am 4. Januar mit der Vorbereitung angefangen. Und jetzt stellt sich heraus, es war noch zu früh ..."

Überhaupt kein Grund

"Wir sollten Ende Januar anfangen, und die Saison endet schon am 29. Mai", schüttelt Roland Westers den Kopf. "Warum? Weil Davensberg einen potenziellen Nationspieler Togos hat, der jetzt doch nicht zur WM fährt? Es gibt doch überhaupt keinen Grund, die Saison so früh zu beenden."

Englische Wochen

Andreas Höppner plädiert auch für englische Wochen: "Bei vernünftiger Planung sind die sicher in den wärmeren Monaten möglich. Außerdem sollte man auch einmal an die Zuschauer denken: Wer stellt sich denn schon bei diesem Wetter zwei Stunden auf den Fußballplatz?"

Englische Wochen sieht Roland Westers dagegen als problematisch an: "In der Westfalenliga gibt es nur in Ausnahmefällen Spieler, die ihr Geld mit Fußball verdienen. Unser Spiel in Dornberg wird jetzt wohl an einem Wochentag ausgetragen, und ich weiß jetzt schon, dass ich dann den ein oder anderen Spieler nicht dabei haben werde, weil er von seinem Arbeitgeber nicht frei bekommt."

Englische Wochen oder ein frühes Ende der Winterpause wären aber auf eine ganz einfache Art und Weise zu verhindern - da sind sich Höppner und Westers einig. "Warum müssen eigentlich 18 Mannschaften in der Westfalenliga spielen?" fragen beide.

"Macht das wirklich Sinn?" fragt Höppner. Es muss doch möglich sein, die Zahl wieder auf 16 zu reduzieren. Man kann ja auch mal eben eine 3. Bundesliga dazwischenschieben, wenn man will."

"Nach der Umstrukturierung der Ligen hieß es, dass die Westfalenliga wieder auf 16 Mannschaften reduziert wird", erinnert sich Westers. "Davon ist jetzt keine Rede mehr. Wäre das in der vergangenen Saison passiert, hätte uns das zwar möglicherweise den Kopf gekostet. Das ändert aber nichts daran, dass das sinnvoll gewesen wäre."

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