Straßennamen: Unterschriftenliste für "Agnes Miegel"
NIEDERADEN Ausgesprochen sauer sind die Anwohner der Agnes-Miegel-Straße über Bestrebungen, ihre Straße umzubenennen. Josef Venturi, der seit 1964 in der Straße wohnt, überreichte jetzt Unterschriften aller 24 Anlieger an Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick.
Josef Venturi sammelte Unterschriften gegen eine Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße. Foto Rottgardt
Josef Venturi sammelte Unterschriften gegen eine Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße. Foto Rottgardt
Ablehnung in Städten
Grund für die Überlegungen sind Vorwürfe, die Namensgeberin der Straße habe den Nationalsozialisten zu nahe gestanden.
"In Gronau, Bergisch-Gladbach, Goslar, Bohmte und Bad Essen haben die Stadtverwaltungen es abgelehnt, Agnes-Miegel-Straßen umzubenennen", erfuhr Venturi von einem Bewohner einer Agnes-Miegel-Straße aus Edewecht-Friedrichsfehn, der übers Internet von der Diskussion in Lünen erfahren hatte. Danach würden sich auch immer mehr Anwohner gegen Umbenennungen wehren.
Früher Tulpenweg
Wie auch die Niederadener Bürger. "Wir sind strikt dagegen", so Venturi. Vor der Eingemeindung Niederadens nach Lünen 1968 hieß die Straße Tulpenweg, danach bekam sie den Namen der Dichterin.
Würde der Rat jetzt einer Umbenennung der Straße zustimmen, sehen Venturi und die anderen Anwohner hohe Kosten auf sich zukommen. "Wir müssten Personalausweise umändern lassen, Versicherungen, Behörden und Freunde und Bekannte über die neue Adresse informieren. Das kostet alles unnötig Zeit und Geld."
Stellungnahme
Man appelliert an die Mitglieder des Ältestenrates, die Umbenennung von der Tagesordnung zu nehmen. Venturi: "43 Jahre heißt die Straße nun Agnes-Miegel-Straße. Warum soll das jetzt geändert werden."
Der Unterschriftenliste fügte er auch eine Stellungnahme der literarischen Agnes-Miegel-Gesellschaft aus Bad Nenndorf bei. Agnes Miegel sei die während der Weimarer Republik bedeutendste deutsche Balladendichterin gewesen. "Das literarische Werk und die Korrespondenz der ostpreußischen Dichterin sind frei von Rassismus und Antisemitismus", heißt es weiter in der Stellungnahme.



























