Kehrmonopol fällt weg: Metelener Schornsteinfeger hat keine Angst vor Konkurrenz
METELEN Kleeblatt, Hufeisen, Schwein - zu Silvester gibt es viele Glückssymbole. Auch der Schornsteinfeger gehört dazu. Zum bevorstehenden Jahreswechsel passt der besonders gut: Für Schornsteinfeger und damit auch für ihre Kunden ändert sich ab 1. Januar einiges.
Ab Januar können Hauseigentümer selbst bestimmen, welchen Schornsteinfeger sie beauftragen. Anstelle des Bezirksbevollmächtigten können sie auch einen Kollegen oder Installateur kommen lassen. (Foto: dpa)
Das Kehrmonopol fällt weg. Pech oder Glück - was bedeutet das für den Berufsstand und Verbraucher?
Ab Januar 2013 können Hauseigentümer selbst entscheiden, wen sie mit dem Prüfen und Reinigen ihres Kamins beauftragen. Damit werden Schornsteinfeger endgültig in die freie Marktwirtschaft entlassen. Bereits seit 2009 dürfen Betriebe aus anderen EU-Staaten Schornsteine in Metelen fegen. Jetzt könnte noch die inländische Konkurrenz hinzukommen. Ist vor Ort mit einem Konkurrenzkampf zu rechnen? Wir haben nachgefragt.
"Ich glaube nicht, dass sich etwas ändern wird", meint Bezirksschornsteinfeger Martin Brand aus Metelen, der ab 1. Januar 2013 in der offiziellen Funktion als "Bezirksbevollmächtigter" arbeitet. Viele Vereinbarungen mit Kunden habe er schon zurückbekommen. Darum rechnet er nicht damit, dass Aufträge ausbleiben. "Fremdfeger können es ja auch nicht günstiger machen", meint er. Schließlich käme dann ja noch die weitere Anfahrt hinzu. Seiner Meinung nach würde es dann eher teurer werden. Ziel der Neuregelung war ursprünglich, für mehr Wettbewerb bei den Preisen zu sorgen.
"Schnellschusslösung"
"Das ist so eine politische Schnellschusslösung", sagt Brand. "Das alte System war lückenlos und günstig." Das neue helfe weder Schornsteinfegern noch Kunden. Brand: "Ich muss ja trotzdem alle dreieinhalb Jahre zur Feuerstättenschau kommen." Die Eigentümer haften für die Einhaltung der Fristen. Bei einem Verstoß droht ihnen ein Ordnungsgeld.
Der bürokratische Aufwand, der kleiner werden sollte, wird laut Brand eher größer. Als Bezirksbevollmächtigter führe er ja weiter das Kehrbuch. Wenn ein Kunde einen Fremdfeger beauftrage, müsse er das dann trotzdem dort eintragen. Die Daten müssen also an ihn weitergegeben werden, was wiederum mehr Bürokratie und auch mehr Kosten bedeute. Die neue Regelung verunsichere auch die Kunden, so Brand. "Die meisten denken, dass das hanebüchener Blödsinn ist."














