Vogelprozess am Landgericht: Neue Erklärung: Vogeleltern von Iltis getötet
METELEN Neue Erklärung im Prozess um die mutmaßliche Plünderung von Nestern streng geschützter Vogelarten: Jetzt sollen nicht vorhandene Vogeleltern von einem Iltis getötet worden sein. Das erklärte einer der beiden angeklagten Vogelzüchter aus Metelen am Mittwoch vor dem Landgericht Münster.
Das Landgericht Münster. (Foto: Elke Rüdiger)
Im konkreten Fall geht es um den so genannten Sandregenpfeifer: Bei der Durchsuchung der Volieren hatten Landeskriminalamt und Vogelexperten ein Elternpaar und elf Jungvögel vorgefunden. Eine DNA-Analyse hatte später ergeben: Die Tiere sind nicht verwandt. Für den vom Gericht beauftragten Vogelgutachter blieb daher nur die Vermutung: Die Jungtiere müssen aus Eiern stammen, die illegal der Natur entnommen wurden.
Überraschung
Vor dem Landgericht überraschte einer der Vogelzüchter nun mit der Erklärung, dass die echten Eltern wohl gerissen worden seien. Verdächtigt wird ein Iltis, der rund um die Gehege in Metelen sein Unwesen getrieben haben soll. Wörtlich sagte der Angeklagte im Prozess: „Einige Vögel hat der Iltis geholt, leider. Das ist die einzige logische Erklärung.“ Und: „Ich habe den Iltis später gefangen, aber man konnte ihn natürlich schlecht fragen.“
Fotos
Beide Angeklagte blieben am Donnerstag dabei, nichts Unrechtes getan zu haben. Die geschützten Brutgebiete seien nicht betreten worden. Auch die Foto-Serie von Eier-Gelegen sei nicht selbst „geschossen“ worden. Nach Angaben des zweiten Angeklagten wurden sie von einem befreundeten Züchter zur Verfügung gestellt. Das Gericht hat allerdings bereits Zweifel an dieser Erklärung geäußert.










