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Medienhaus Lensing
24.05.2011 07:16 Uhr
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Dom-Baustelle: Ein Job weit über der Stadt

MÜNSTER Seit rund einem Jahr ist der Dom eine Baustelle, denn das rund 5500 Quadratmeter große Dach des münsterschen Wahrzeichens muss erneuert werden. Einer der Klempner, der zur Zeit die Kupferplatten am Südturm des Doms austauscht, erzählt von dem Job mit der besten Aussicht Münsters.Von Anna Altfelix

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Paul Keylands war als britischer Soldat in Münster stationiert. Jetzt arbeitet er auf Münsters höchster Baustelle. (Foto: Helmut-Peter Etzkorn)

Es ruckt und wackelt, dann setzt sich der Aufzug in Bewegung. Gemächlich fährt er auf knapp 60 Meter Höhe. Die Fahrt nach oben ist Paul Keylands täglicher Weg zur Arbeit. Der ehemalige britische Soldat ist zurzeit Münsters höchster Arbeiter. Paul Keyland bringt auf dem Südturm des Doms ein neues Kupferdach auf. Er ist Klempner bei der Wolbecker Firma Plenter. „Klempner hat nichts mit Sanitäranlagen und Rohren zu tun, wie viele denken“, klärt der Arbeiter auf. „Wir beschäftigen uns mit Metallen, in dem Fall mit Kupfer.“
 
Fantastischer Ausblick
 
Neben dem Dach liegen Blechscheren, ein Kunststoffhammer, eine Falzzange und ein Schussapparat, mit dem Paul Keyland die Nägel ins Blech jagt. Alles wie auf einer normalen Baustelle. Den Unterschied macht ein Blick übers Gerüst: Münster liegt den Arbeitern zu Füßen, der Ausblick ist fantastisch. Nur beim Blick nach unten könnte es ein bisschen mulmig im Magen werden. „Wer Höhenangst hat , sollte hier nicht arbeiten“, sagt Keyland. Der 42-Jährige ist mit 17 als Soldat nach Deutschland gekommen, in die Kaserne in der Loddenheide.
 

Als diese 1994 geschlossen wurde, entschied er sich, in Münster zu bleiben und einen Beruf zu lernen. Seine damalige deutsche Frau war schwanger. Bei seinem Schwager, einem Installateur, fing er als Hilfsarbeiter an. Die Ausbildung zum Klempner folgte. „Das Soldatenleben hat mir keinen Spaß mehr gemacht“, erzählt Keyland. „Ich mag meinen neuen Beruf, weil ich immer an der frischen Luft bin. Ich weiß nicht, ob ich jeden Tag im Büro sitzen könnte.“
 
Der Wind bläst stärker
 
Auf dem Gerüst in luftiger Höhe bläst der Wind jetzt stärker, es wackelt. Aber noch nicht so sehr, dass der Klempner die Arbeit einstellen muss. „Bei starkem Wind können wir nicht arbeiten. Wir hantieren mit schweren Kupfertafeln, die kann man dann nicht mehr halten.“ Eigentlich findet der 42-Jährige seinen Arbeitsplatz aber nicht gefährlicher als jeden anderen: „Angst habe ich nie, aber Respekt vor der Höhe.“
 

Auch wenn Keyland auf dem Dom die gleiche Arbeit verrichtet wie auf jedem anderen Dach, ist der Ort für ihn etwas ganz Besonderes, „schließlich ist der Dom das Wahrzeichen von Münster“. Wenn der Arbeiter auf das steile Dach steigt, ist er mit einem Gurt gesichert. Eine Kippsicherung, eine Schließe aus Metall, führt er immer mit. Die Sicherung gibt dem Seil Spielraum nach oben und würde den 80 Kilogramm schweren Mann im Ernstfall abfangen. Größer als 1,50 Meter darf der Abstand zum Seil aber nicht werden, sonst drohen beim Sturz Kreuz- oder Hüftbrüche. Am Gerüst sind zudem Auffangnetze angebracht. Bis jetzt musste Keyland die Sicherung nicht in Anspruch nehmen. „Glücklicherweise, denn es tut weh, wenn man in den Gurt fällt.“

Sicherheit kostet Zeit
 
Wegen der Sicherheitsvorkehrungen kostet die Arbeit viel Zeit. Vier Tage braucht Keyland je nach Wetterbedingungen, um eine Kupfertafel anzubringen. „Es geht immer hoch und runter, hoch und runter, und das Sichern hält auf“, sagt Keyland. Seit vier Wochen arbeitet der Brite mit einem Kollegen auf dem Südturm, die Kupferbedeckung soll diese Woche fertig werden. Dann geht es auf dem Nordturm weiter.


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