Verzögerung bei Präparation: Größtes Wal-Skelett fehlt bei Ausstellungspremiere
MÜNSTER Die neue Wal-Ausstellung im Naturkundemuseum muss ohne ihr spektakulärstes Exponat starten: Die Präparation des Ende 2011 vor der Küste von Schleswig-Holstein gestrandeten Pottwals dauert länger als gedacht. Statt wie geplant im August wird der Meeressäuger voraussichtlich Ende November eintreffen.
Der Frost im Winter verzögerte die Präparation des Skeletts in Stralsund. Deshalb wird das Wal-Skelett nicht schnell genug für die Ausstellungseröffnung fertig. (Archivfoto: LWL)
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Das Skelett des Wals sollte ursprünglich ab dem 21. September 2012 zum Start der Sonderausstellung "Wale - Riesen der Meere" im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen sein und dafür bereits im August aus Stralsund angeliefert werden.
Doch das klappt nicht. "Die sachgerechte Präparation eines so riesigen Meeressäugers ist aufwendig. Um das Skelett keinem Risiko auszusetzen, werden wir den Pottwal daher erst zum Jahrestag der Strandung an der Nordseeküste in Münster präsentieren", so Museumsdirektor Dr. Alfred Hendricks in einer Pressemitteilung des LWL.
Einzelne Knochen schon in Münster
Als im November vergangenen Jahres ein rund 15 Meter langer Pottwal vor der Nordseeinsel Pellworm strandete, reagierten die Präparatoren des LWL-Naturkundemuseums schnell, um den Meeresriesen als besonderes Exponat für die Sonderausstellung zu erhalten.
Einzelne Knochen des Tieres wurden bereits im Januar nach Münster gebracht, um in der Museumswerkstatt vom LWL-Chefpräparator für Zoologie, Werner Beckmann und seinem Team entfleischt und entfettet zu werden.
Frost verzögerte Arbeiten
Der Hauptteil des Skeletts blieb jedoch in Stralsund. Die Kollegen des Meeresmuseums "Ozeaneum" unterstützen die LWL-Fachleute bei der Mazeration, wie die Entfleischung genannt wird. Vor diesem Prozess musste die Fettschicht und das Gewebe vom Tier entfernt und die Knochen in Einzelteile zerlegt werden.
Anschließend legten sie für rund vier Monate den leblosen Tierkörper in einem mit Wasser gefüllten Container. "Im Wasser befinden sich fleischzersetzende Bakterien, die nur noch die sauberen Knochen übrig lassen", erklärt Beckmann.
Die Knochen seien jetzt fleischfrei, aber die anfängliche Verzögerung wirke sich auf den weiteren Präparationsprozess aus. Die LWL-Experten sind diese Woche das letzte Mal nach Stralsund gefahren, um die entfleischten Knochen des Walskeletts anzubohren, damit das in den Knochen enthaltene Fett austreten kann.
Penetranter Geruch
"Würde man diesen Schritt auslassen oder ihn auch nur zu früh abbrechen, tritt das Fett nach und nach aus den Knochen aus", so Beckmann. "Neben einem penetranten Geruch würde sich das weiße Skelett gelblich färben."
Das Pottwalskelett wird daher erst zwei Monate nach Ausstellungsbeginn in der Sammlung integriert. "Der Pottwal wird im Einstimmungssaal der Ausstellung zu sehen sein und dort als Skelett auf dem Meeresgrund liegend präsentiert", sagt Museumsdirektor Hendricks.


























