Privates Bahnunternehmen: Münster bekommt sechs neue Fernverbindungen
MÜNSTER Die Pläne für eine neue Eisenbahn-Fernverbindung zwischen Hamburg und Köln mit Stopp in Münster werden konkreter. Das Unternehmen „HKX“ hat am Freitag zum ersten Mal Bilder seiner Reisezugwagen veröffentlicht. Der Herzenswunsch der Münsteraner bleibt jedoch unerfüllt.
Blick in die "Basic"-Wagen der privaten Bahngesellschaft HKX: Viel Platz selbst in der 2. Klasse. (Foto: pd)
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Die IHK Münster hatte errechnet, dass die Zahl der Fernverbindungen von und nach Münster seit dem Jahr 2000 „glatt halbiert“ worden sei, so IHK-Verkehrsexperte Robert Tausewald.
Keine neue Verbindung nach Berlin
Sechs Verbindungen werden nun hinzukommen, allerdings gerade auf der Strecke, die auch nach dem Kahlschlag noch viele Verbindungen aufweist: die Nord-Süd-Verbindung zwischen Köln und Hamburg. Mit sechs neuen Zügen pro Tag wird HKX („Hamburg-Köln-Express“) der Bahn auf dieser Strecke nun Konkurrenz machen.
An die von vielen Münsteranern gewünschte Direkt-Verbindung nach Berlin traut sich HKX allerdings nicht heran. Ebensowenig wie die Bahn.
Luxuriöse Ausstattung
Wohl wissend, dass sie den Wettbewerb gegen die Bahn nicht nur über den Preis, sondern auch über den Komfort gewinnen können, hat HKX seine Reisezugwagen entsprechend luxuriös ausgestattet.
Steckdosen, Tische und ein Computer-WLAN an jedem Platz, nur drei Sitze in der Reihe in der zweiten Klasse (statt vier bei den ICE oder IC der Bahn), große Fenster und in der Premium-Klasse ein kostenloses Essen am Platz – mit diesem Service will HKX der Bahn Kunden abjagen. Die Züge fahren mit sechs Wagen, fünf davon bedienen das „Basic“-Segment, also die 2. Klasse.
Tickets nur per Internet
Die Fahrkarten für die Züge gibt’s nur im Internet. Offenbar sind die Verhandlungen mit der Bahn über einen gemeinsamen Ticket-Verkauf gescheitert. Die Fahrtdauer unterscheidet sich nicht wesentlich vom Bahn-Angebot. In knapp zwei Stunden geht’s von Münster aus nach Köln oder nach Hamburg.
In der Vergangenheit hatten die Stadt Münster und die Industrie- und Handelskammer immer wieder ihre Kritik an die Bahn erneuert, das Münsterland werde vom Fernverkehr „abgehängt“. Nicht nur der Wegfall der Direktverbindung zwischen Münster und Berlin rief Proteste hervor. Auch die Ausdünnung anderer Verbindungen – insbesondere zu Städten in Süddeutschland – sowie das ihrer Ansicht nach veraltete Wagenmaterial wurden moniert.

























