Attacke auf Provinzial-Chef: Zwölf Sonderermittler suchen Schraubenzieher-Angreifer
MÜNSTER Nach der Schraubenzieher-Attacke auf Provinzial-Chef Ulrich Rüther hat die Polizei Münster eine zwölfköpfige Ermittlungskommission eingesetzt. Sie wertet auf der Suche nach dem unbekannten Täter die Videoaufnahmen vom Tatort aus. Das Opfer will schon nächste Woche wieder arbeiten.
Die Tiefgarage der Provinzial-Versicherung in Münster. Hier hat ein Unbekannter Provinzial-Chef Ulrich Rüther am Mittwoch angegfriffen und sechs Mal in die Brust gestochen. (Foto: dpa)
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Rüther, der bereits einige Stunden nach dem Angriff aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ruht sich derzeit zu Hause aus. "Es geht ihm gut", sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag. Rüther sei aus dem Krankenhaus entlassen worden. "Am Montag will er wieder ins Büro kommen."
Erste Meldung 11.40 Uhr:
Bei der Suche nach dem Angreifer gibt es indes Schwierigkeiten. Wie der Pressedezernent der ermittelnden Staatsanwaltschaft Münster, Heribert Beck, am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion sagte, hängen zwar überall in der Tiefgarage der Versicherung Überwachungskameras. Doch just der Ort, an dem Rüther angegriffen und mit einem Schraubenzieher sechs Mal in die Brust gestochen wurde, ist nicht erfasst. "Hier handelt es sich um einen Übergangsbereich", so Beck.
Die Ermittler haben jedoch die Hoffnung, dass der unbekannte Täter dennoch auf den Bildern auftaucht. Wie lange die Auswertung dauert, konnte Beck am Donnerstagvormittag nicht sagen, ebenso wenig, wie viele Kameras in der Tiefgarage hängen.
Nur oberflächliche Verletzungen
Die Staatsanwaltschaft bewertet den Tathergang als gefährliche Körperverletzung. "Der Täter hat mehrfach mit einem so genannten Phasenprüfer zugestochen", so Beck. "Glücklicherweise waren die Verletzungen nur oberflächlich."
Angriff auf dem Weg zum Krisentreffen
Ulrich Rüther war am Mittwochvormittag in der Tiefgarage der Provinzial-Hauptverwaltung angegriffen worden, als er auf dem Weg zu einer Betriebsversammlung war. Bei dem Krisentreffen mit knapp 1700 Mitarbeitern ging es um einen möglichen Verkauf der Provinzial an den privaten Versicherer Allianz.
Tausende Provinzial-Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Die Provinzial-Eigner hatten am Dienstag erstmals Gerüchte über Kaufabsichten des Branchenriesen Allianz bestätigt.
Polizei sucht Zeugen
Neben dem Spurenbild am Tatort sind die Ermittler auch auf Zeugenaussagen angewiesen. Ulrich Bux: "Deswegen fragen wir konkret: Wer hat am Mittwochmorgen verdächtige Beobachtungen rund um das Provinzialgebäude im Zentrum Nord gemacht? Wer kann sonst Hinweise auf verdächtige Personen oder Umstände im Umfeld geben?"
Der Täter wird wie folgt beschrieben: ca. 30 Jahre alt, rund 180 cm groß und von normaler Statue. Er war bekleidet mit einer Bluejeans, einem schwarzen Pullover und braunen Schuhen. Zur Tatzeit soll er eine schwarze Baseballkappe getragen haben.
Hinweise bitte an die Polizei Münster unter der Rufnummer 0251/275-0.
























