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Gerd Rieger (r.) fotografierte über 100 Personen aus Berg Fidel, 30 Porträts davon sind jetzt im Stadtteilhaus Lorenz-Süd zu sehen - bevor die Ausstellung dann auch in anderen Stadtteilen gezeigt wird. (Foto: Hartz)
„Alle reden über Berg Fidel, aber die wenigsten kommen her und verschaffen sich einen persönlichen Eindruck vom Stadtteil“, sagt Berthold Götte, Leiter des Stadtteilhauses Lorenz-Süd.
Berg Fidel nahe gekommen
Gerd Rieger hingegen ist dem Stadtteil während seiner Arbeit sehr nahe gekommen. Genauer gesagt, den Menschen, die dort leben. Mit einer neutralen Leinwand und Fotoapparat ausgerüstet postierte sich der Berufsfotograf an verschiedensten Ecken des Stadtteils und fragte Kinder, Mütter, Väter, Jugendliche, Freunde, Geschwister und Senioren, ob er sie fotografieren dürfe. Die Resonanz war unterschiedlich, doch schließlich kamen über 100 Portraits zusammen, von denen es 30 in die Ausstellung des Stadtteilhauses geschafft haben.
Von der Oma bis zum Migranten
„Ich war überrascht davon, wer sich spontan vor die Kamera traute“, so Rieger. Genauso überrascht wie der Künstler selbst dürften die Ausstellungsbesucher über die großformatigen Ausdrücke sein. Die sind, obwohl schwarz-weiß Abzüge, ein so bunter Querschnitt durch den Stadtteil, wie er vielseitiger kaum sein könnte.
Von der liebenswürdigen Oma, einem jungen Migranten, der stolz seine Tochter ins Objektiv hält, oder dem etwas abgekämpft wirkenden Schüler, der einen Schlüssel um den Hals trägt, bis hin zum skeptisch dreinblickenden Mittdreißiger. Die Profile beschäftigen den Betrachter mit ihrer Geschichte, ihrer Herkunft, ihrem Leben.
Rezepte aus dem Stadtteil
Klar, dass ein niedlicher Teenager gerne die Gelegenheit nutzte, sich geschickt in Szene zu setzen, aber auch das ist Realität und das ist das Schöne an den Gesichtern aus Berg Fidel: Sie wirken echt und unverstellt. Parallel zur Fotoausstellung präsentierte die Sozialarbeiterin Isabel Stahl das Buch „Berg Fidel kocht – Rezepte aus dem Stadtteil“.
Insgesamt anderthalb Jahre haben sieben Einzelpersonen und zwei Kochgruppen – darunter eine Hardcore-Band und Senioren aus dem Haus Simeon – gekocht, was ihnen schmeckt. Auf über 70 Seiten haben die Mitwirkenden Kulinarisches aus aller Herren Länder veröffentlicht. Dabei ist das Buch weit mehr als eine Rezeptsammlung.
Starke Gemeinschaft
Auch dort werben tolle Bilder für den Stadtteil und drücken einmal mehr aus, was eine starke Gemeinschaft zu leisten vermag. Für fünf Euro ist das Kochbuch im Lorenz-Süd zu kaufen. In naher Zukunft wird die Fotoausstellung von Gerd Rieger auch im Stadthaus zu sehen sein – bevor sie in verschiedene Stadtteile wandert.