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Medienhaus Lensing
19.08.2011 16:10 Uhr
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Ausbildungsserie: Sauberkeit ist das A und O

NEUENKIRCHEN In einem großen Betrieb muss jeder Handschlag wie bei einem Uhrwerk funktionieren, sonst geraten andere Räder des Uhrwerks ins Stocken. Deswegen wird bei der Molkerei Naarmann schon von den Auszubildenden eines besonders erwartet: Verlässlichkeit.Von Yvonne Petrausch

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Rene Ronbieck packt kräftig zu. Der Auszubildende zum Fachlageristen bei der Molkerei Naarmann ist am 1. August ins Berufsleben gestartet.  (Foto: Yvonne Petrausch)

100 Mitarbeiter hat der Betrieb. Sechs von ihnen gehen noch in die Lehre, drei neue Azubis wurden am 1. August neu in den Betrieb aufgenommen. „In diesem Jahr sind es zwei Milchtechnologen und ein Fachlagerist“, sagt Betriebsleiter Jürgen Bischoff.

Für beide Ausbildungsberufe brauche man einen guten Realschulabschluss. „Und die Bereitschaft zum Schichtdienst“, ergänzt Bischoff. Auch Frühaufsteher werden es in diesem Beruf leichter haben. „Je nach Abteilung ist im 4 Uhr Arbeitsbeginn.“

Technisches Verständnis 

Doch Bischoff fallen noch weitere Kriterien ein, die „seine“ Azubis unbedingt mitbringen müssen: „Technisches Verständnis, Ordnung und Sauberkeit stehen ganz oben, weil wir hier Lebensmittel verarbeiten.“ Früh heißt es in der Molkerei schon: mit anpacken.

„Im ersten Monat schauen die Azubis über die Schulter der erfahrenen Mitarbeiter. Aber im zweiten Lehrjahr sind sie eigenständig unterwegs, haben Verantwortung“, betont Bischoff.

Einer mit Verantwortung, aber noch ohne Gesellenschein ist Lukas Issel. Der 18-Jährige im zweiten Lehrjahr „fährt“ bereits Abteilungen eigenständig. Das heißt, dass er aus verschiedenen Komponenten ein bestimmtes Produkt zusammen mischen kann. „Das muss er alles genau protokollieren und danach die Maschinen wieder reinigen und sterilisieren“, erklärt der Betriebsleiter.

Kein Milchfan

Für Lukas war schnell klar, dass er in der Molkerei seine Ausbildung machen will. „Ich wollte gerne körperlich arbeiten. Auf einen Schreibtischtäterjob hatte ich nie Lust.“ Jetzt arbeitet er in einem Familienunternehmen, in dem auch der Chef mal durch die Hallen streift. Dabei gesteht er, dass er selbst gar kein großer Milchfan ist. „Vielleicht esse ich mal einen Pudding“, lacht er.

Auch am Wochenende läuft die Molkerei, wenn auch nur auf Sparflamme. „Aber damit sollte man sich schon anfreunden.“ Hinzu kommt, dass die Milchtechnologen zur Berufsschule nach Oldenburg auf ein Internat geschickt werden. „Auch das muss man mögen“, betont der Betriebsleiter. „Es ist eine gute Erfahrung, mal von zuhause weg zu sein“, findet Lukas. Alle angehenden Milchtechnologen aus NRW und Niedersachsen kommen in Oldenburg zusammen. Dort befindet sich auch eine Lehrmolkerei.

200 verschiedene Produkte

Auch für Neu-Azubi Rene Ronbieck war die Ausbildung bei Naarmann ein logischer Schritt. „Ich habe schon seit zwei Jahren hier gejobbt. Ich wusste, was auf mich zukommt“, sagt der 17-jährige Neuenkirchener. Eigentlich wollte er mal Koch werden. „Mit Lebensmitteln zu arbeiten hat mir immer Spaß gemacht. Das frühe Aufstehen macht mir gar nichts.“

Sein Job umfasst das Bereitstellen von Waren, die Warenannahme und die Rechnungskontrolle. Aber auch die Abwicklung mit den Speditionen und das Einholen der Angebote liegt in seinem Aufgabenbereich.

„Die Azubis müssen den Ablauf und die Produkte kennen lernen“, betont Betriebsleiter Jürgen Bischoff. 200 verschiedene Produkte werden nämlich momentan bei Naarmann hergestellt. Zwei Jahre dauert Renes Ausbildung zum Fachlageristen. Danach kann er sich für ein Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik weiterbilden lassen.  


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