TÜV-Pflicht: 50 Prozent aller Karnevalswagen mit Mängeln
RHEINE Auf diesen Rosenmontagszug hatten sie sich noch mehr gefreut als in den Vorjahren. Es wäre das zehnte Mal in Folge gewesen, dass die Stadtgarde mit einem Wagen teilgenommen hätte. Seit der Voruntersuchung des TÜV ist klar: Daraus wird nichts. Es ist das erste Jahr, dass in Rheine die Verkehrssicherheit der Karnevalswagen vom TÜV kontrolliert wird.
Ob dieser originelle Wagen auf dem Vorjahr den Segen des TÜV bekommen hätte? (Foto: Strack)
Rund 50 Prozent aller bislang kontrollierten Wagen wiesen Mängel auf. "Mit so einem Resultat hatte ich gerechnet. Viele Wagenbauer aber schienen ziemlich überrascht. Noch besteht ja genügend Zeit, um einiges zu retten", sagt André Wenker vom TÜV Nord.
Große Enttäuschung
Er räumt ein, dass es natürlich wichtig sei, auf die Sicherheit zu achten, aber aktuell überwiegt die große Enttäuschung: "Wir müssen schauen, dass wir für nächstes Jahr einen neuen Wagen besorgen - diesmal sind wir halt 'nur' mit unseren Fußgruppen dabei."
Für Ärger sorgt die Tatsache, dass es die strengen TÜV-Kontrollen nicht bei allen Umzügen gibt. "In Hörstel zum Beispiel gibt es keine Kontrollen. Wo bleibt da die Gleichberechtigung", fragt Andrea Niemeyer, Kassiererin der Stadtgarde.
Auch Günter Fege, Präsident der Karnevalsgesellschaft Elte findet, dass die eingeführte Kontroll-Pflicht gerade die kleineren Vereine trifft. "Damals bei der Loveparade in Duisburg wurden grobe Fehler in der Organisation gemacht, und wir müssen heute dafür zahlen."
Beitrag für drei Jahre
Ausgeschlossen ist das laut Rüdiger Elbers, zuständig für Verkehrsangelegenheiten bei der Stadt Rheine, nicht. "Am 31. Januar gibt es eine nächste Sicherheitsbesprechung mit den KGs im Rathaus. Theoretisch könnte sich am Sicherheitskonzept und den Auflagen noch etwas ändern", sagt Elbers, ohne konkreter zu werden.
TÜV-Kontrolleur André Wenker setzt derweil seine Kontrollen der Karnevalswagen fort, die ihm nicht Mitte Dezember auf dem Elisabeth-Kirmesplatz vorgestellt wurden. Damals testete er zehn der insgesamt rund 25 Wagen, die am Rosenmontagsumzug teilnehmen möchten.
"Vor allen Dingen habe ich Mängel an den Bremsen und den Reifen festgestellt", sagt Wenker. Nach dieser technischen Voruntersuchung folgt im Februar die Kontrolle der Aufbauten, deren oft politische Themen meist sehr kurzfristig gewählt werden.
Selbst Karnevalist
Die Kontrolle der Karnevalswagen in Rheine bedeutet für ihn eine Premiere. "Daher habe ich mir Tipps von meinen Kollegen aus Münster geholt. Die machen das dort seit zwölf Jahren."










