Annetteschule: Grundschüler erhalten fair gehandelte Fußbälle
RHEINE Die WM wirft ihren Schatten voraus, auch in die Annetteschule. Doch was viele der Grundschüler nicht wussten: viele Fußbälle werden in Kinderarbeit hergestellt. Darüber sprachen die Kinder mit einem ehemaligen Bundestagsabgeordneten - der ihnen fair gehandelte Fußbälle schenkte.
"Feier die Menschlichkeit": Nach dem Singen spielten die Kinder mit ihren Fußbällen.
ven (Von Maike Venhofen)Während die Welt noch über diverse Fußballhymnen diskutiert, hat die Annetteschule ihr WM- Lied bereits gefunden: "Flanke, Kopfball - Wir spielen Fußball" tönt es seit gestern durch die Gänge. Mit mitreißenden Melodien weckte Reinhold Hemker, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, das Interesse der Schüler nicht nur für die WM in Südafrika, sondern auch für das Land und fairen Handel.
"Wusstet ihr, dass man in Afrika 2000 verschiedene Sprachen spricht?", fragt Hemker in die Runde. Schon nach kurzer Zeit singen alle in der Sotho-Sprache mit: "Ke Nako, celebrate Humanity!", was übersetzt soviel heißt wie "Es ist Zeit, feier die Menschlichkeit!".
Selbstgebastelte Fußbälle
Aus Papier, Plastik und Faden basteln die Grundschüler ihre eigenen Fußbälle, wie es eben auch die Kinder in Südafrika tun. Jauchzend vor Begeisterung ziehen sie anschließend Schuhe und Socken aus für eine kleine Trainingseinheit mit ihren Bällen.
Höhepunkt ist dann die Übergabe von fair gehandelten Fußbällen, die die Schule für jede Klasse und die Übermittagsbetreuung gekauft hat. Im Sinne des "Fair Pay for fair Play" stammen die Bälle hundertprozentig nicht aus Kinderarbeit.
Aufmerksamkeit für Kinderarbeit
"Viele wissen nicht, dass 90 Prozent der Fußbälle in Pakistan von Kindern hergestellt werden", so Hemker, der neben seiner Tätigkeit als Pfarrer auch Dozent für Entwicklungsarbeit in Münster ist. 300 dieser Bällen wurden bereits verkauft, 1000 sollen es werden.
Da Kinder gerne Fußball spielen, galt es, diese Begeisterung zu nutzen: "Die Idee war es, die Weltmeisterschaft als Aufhänger zu benutzen, den Kindern Themen wie die Kinderarbeit bewusst zu machen", sagt Anne Strahtmann, die das Projekt mit Christa Winkelhaus geplant hat. Schon im Unterricht verglichen die Kinder ihren Alltag mit dem eines Kindes aus Afrika.
Thema meist völlig fremd
"Obwohl die Kinder erstaunlich viele Ortsnamen kennen, ist ihnen das Thema der Kinderarbeit meist völlig fremd", bemerkt Hemker. Doch nach der gelungenen Aktion klatschen alle Kinder mit und singen: "Ich für dich und du für mich!".










