Saerbecker Karneval: Bürgermeister verteidigt "Schlüssel der Macht"
SAERBECK Das Rathaus, vor zehn Jahren aus einem alten Gemäuer neu entstanden, bewies am Donnerstagabend beim Ansturm der Karnevalisten seine Standfestigkeit. Als der Elferrat 2012 der Kolpingfamilie mit dem Prinzenpaar Christina und Nicholas Beermann an der Spitze herein stürmten, erzitterten die Wände unter der Lautstärke des Spielmannszugs Saerbeck-Dorf.
Schunkeln und eine Polonaise nach der anderen anführen, das waren die Hauptaufgaben des neuen Prinzenpaares. (lü)
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Erfahrung mitgebracht
Sie brachten Erfahrungen für die närrische Saison mit, denn beide führten bereits durch Kinder-Karnevalveranstaltungen der Kolpingfamilie. Kolpingvorsitzender Alfons Bücker habe ihm auf der Suche nach einer Vertretung von Roland Wilmes ins Ohr gesungen: „Junge, komm bald wieder“, schmunzelte Tobias Liesenkötter. Er habe zugesagt, trotz der weiten Anreise nach Saerbeck, denn er wohnt in der Nähe von München. Aber er und Julia Gilhaus dachten sich: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“
Das Motto der „Blasi-Kasis“, der Holländischen Blasmusikanten, lautete „Ohne Musik ist alles Käse“. Auch in der Kostümierung machten sie ganz auf holländisch. Denn der Umgang mit dem neuen holländischen Dirigenten Jaak Notebaert stand deutlich Pate beim Outfit einschließlich der Holzschuhe.
Schlüssel ergattert
Christina und Nicholas Beermann, Cousine und Cousin, mussten sich, was nicht leicht war, den Schlüssel zum Rathaus erstmal ergattern, an den sich der Bürgermeister Wilfried Roos klammerte. „Wir müssen verteidigen das Rathaus-Schiff, alles hört auf meinen Pfiff!“ Als der Prinz den Schlüssel triumphierend hoch hielt, tauschten die Ratsmitglieder ihre Plätze im Sitzungssaal für den Elferrat, sie wurden aber mit Bützchen und Orden entschädigt.
Der Bürgermeister lud zum Feiern ein: „Die Gemeindekasse ist leer, vom Rest kaufen wir Freibier, was will man mehr!“ Der Gemeindekämmerer war gar nicht erst erschienen. Dazu unkte der Bürgermeister: „Der kann das mit seinem Gewissen nicht vereinbaren!“








