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Barrios Guitar Quartett
Fulminanter Querschnitt durch 500 Jahre Gitarrenmusik
Von Hans-Otto Kaufmann am 8. Februar 2010 12:48 Uhr
BURGSTEINFURT Das Barrios Guitar Quartett mit Ulf Borcherding, Stefan Hladek, Nagialai Hashir und Martin Wentzel heizte dem aus der Winterkälte in den Bagno-Konzertsaal eilenden Publikum am Sonntag mit einem fulminanten Querschnitt durch 500 Jahre Gitarrenmusik ordentlich ein.
Das Barrios Guitar Quartett: Ulf Borcherding, Stefan Hladek, Nagialai Hashir und Martin Wentze.
Foto: Hans-Otto Kaufmann
Das Motto gebende Stück, eine Bearbeitung von Pat Metheny´s und Lyle Mays „Heat of the day“ kam am Ende des Programms, als die Beifallsstürme des Publikums längst die frostige Umgebung hatten vergessen lassen und bevor die begeisterten Zuhörer noch zwei Zugaben erklatschten.

Bandbreite gezeigt


Begonnen hatte der Abend mit Stücken aus der Renaissance (drei Ricercare von G. Ortiz), der Barockzeit und der Frühklassik. Mit dem ältesten gedruckten Fandango, komponiert von S. de Murcia, Antonio Vivaldis unverwüstlichem achttaktigen Variationsthema „La Follia“ und zwei Sätzen aus einem Gitarrenquartett von L. Boccherini, demonstrierten die vier Herren des Quartetts die enorm breite Palette differenzierter Zupf- und auch Schlagkultur, die auf der Gitarre möglich ist.

Sensibel warfen sie sich die motivisch-thematischen Bälle zu, meisterten vertrackte Unisonopassagen, faszinierten durch hohe Verzierungskunst und eine dynamische Bandbreite, die die Zuhörer die Ohren spitzen ließ. In die Pause wurde man mit einem Stück Leo Brouwers, geb. 1939, verabschiedet, das effektvoll den Verlauf eines karibischen Regenschauers imitierte, beginnend mit leisem Tröpfeln bis zum lauten metallischen Prasseln auf den Wellblechdächern.

Werke aus dem 20. Jahrhundert

Im zweiten Teil des Programms standen Werke aus dem 20. Jahrhundert im Mittelpunkt. A. Yorks „Bantu“ startete mit einem pulsierenden afrikanischen Rhythmengeflecht, das den Gitarristen Gelegenheit gab, als Perkussionisten zu fungieren. Mit vier Tänzen aus dem Ballett „Der Dreispitz“ wurde dem Großmeister der spanischen Musik, Manuel de Falla, Reverenz erwiesen.

Einen weiteren Ausflug über den europäischen Horizont hinaus boten neben dem bereits erwähnten Motto gebenden Stück die beiden Zugaben. Dazu wurden die Gitarren für ein Stück aus Bali so präpariert, dass sich ein gongartig hallend-scharfer Klang ergab, so dass man sich unmittelbar nach Indonesien versetzt glaubte.

Eine jazzige Mischung

Chick Corea´s „Spain“ bot zum Abschluss eine jazzige Mischung aus traditionellen spanischen Klangelementen und Abschnitten, die noch einmal das Improvisationsvermögen der Spieler herausforderten.

Ein begeisternder, erwärmender und dank der informativen Kurzkommentare der Spieler auch erhellender Gitarrenabend.

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