Medienhaus Lensing
30.12.2012 14:27 Uhr
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Gestaltungskompass gibt Tipps: Vreden gestalten, erhalten und erneuern

VREDEN „Unser Vreden gestalten, erhalten, erneuern“ – mit diesem Aufruf haben Boris Wantia und Guido Leeck das Titelblatt des Gestaltungskompasses zum Vredener Fassadenwettbewerb versehen. Beide haben die Innenstadt fachlich in den Blick genommen und möchten nun mit einem Leitfaden dazu anregen, dass Gebäudeeigentümer bei künftigen Sanierungen ihr Haus ganzheitlich betrachten.Von Anne Winter-Weckenbrock

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Guido Leeck (l.) und Boris Wantia entwerfen in ehrenamtlicher Arbeit den "Gestaltungskompass" für Vreden. Auch ein blau-gelbes Preis-Logo ist schon entworfen.  (Foto: Anne Winter-Weckenbrock)

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 Und dies sei alles andere als blinder Historismus, betont Boris Wantia. Durchaus sollten Fassaden auch moderne Elemente erhalten. „Aber dabei sollte man sensibel auf das Gebäude eingehen. Manchmal reicht es, zumindest die vorhandenen Achsführungen wieder aufzunehmen“, erklärt der Architekt. Guido Leeck, bei der Baubehörde des Kreises Borken beschäftigt und Vorsitzender des Vredener Heimatvereins, pflichtet ihm bei. Er kennt alte Bauunterlagen und Fotos aus vergangenen Zeiten. „Der architektonische Ansatz war damals besser, als er es jetzt ist“, meint Leeck.

Große Schaufensterflächen wurden modern

Die Architektur des Wiederaufbaus sei gut gewesen, „in den 60er Jahren war das Stadtbild stimmig“. Dann kamen die Zeiten, in denen das Auto mehr Bedeutung erhielt. Große Schaufensterflächen sollten dem Kunden möglichst auch auch im Vorbeifahren die Auslagen anbieten. Der Rohstoff Glas wurde preiswerter – die Fronten im Erdgeschoss ein Schaufenster, die Tür oft nach links oder rechts platziert.
Und wenn diese Moden, die jede Zeit mit sich bringt, nur auf das Erdgeschoss anwendet, dann entstehen Unstimmigkeiten. „Das massive Mauerwerk oben als optische Last und unten Glas – wie ein Gesicht mit ausgeschlagenen Zähnen“, ziehen Leeck und Wantia schmunzelnd einen Vergleich.

Gewachsene Struktur ist zu respektieren

Eins wollen die beiden auf keinen Fall: Oberlehrerhaft auftreten. „Es handelt sich um eine gewachsene Struktur. Das gilt es zu respektieren“, macht Guido Leeck deutlich. In ihrem Kompass, der noch nicht ganz fertiggestellt ist, haben sie mit vielen Fotos gearbeitet – wichtig ist aber, dass alle Beispiele anonym gehalten werden. Einige „Fälle“ haben die beiden in ihrer ehrenamtlichen Arbeit für den Kompass exemplarisch bearbeitet: Die Gebäude früher, jetzt – und als Zeichnung ein Vorschlag, wie das erkannte Gestaltungsmerkmal wieder aufgenommen werden könnte.


„Wir haben das Rad nicht neu erfunden, solche Gestaltungskompasse gibt es in anderen Städten auch“, sagt Guido Leeck. Leeck und Wantia hoffen, mit dem Kompass Motivation zu wecken. „Unterstützen Sie die Baugeschichte unserer Stadt!“ appellieren sie in ihrem Kompass. Vreden mit siener mittelalterlichen Struktur habe recht viel Potenzial. So gelte es zu gestalten, zu erhalten und zu erneuern.

Idee aus Projekt  „Innenstadt Vreden"

Die Idee zu einem Fassadenpreis entstand im Jahr 2011 im Verlauf des Projekts „Innenstadt Vreden – Wohnen, Einkaufen, Erleben“. Mit Guido Leeck und Boris Wantia fanden sich im Arbeitskreis „Erleben“ zwei engagierte Vredener, denen die Architektur in der Innenstadt am herzen liegt und die das Thema als „Hobbyprojekt“ vorantrieben und den Gestaltungskompass erarbeiteten.

Die Idee fand Anklang: Die Stadt Vreden soll einen Preis ausloben, in dem im Rahmen eines Wettbewerbs gelungene Fassaden ausgezeichnet werden. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat sich für einen solchen Wettbewerb ausgesprochen und dem Rat empfohlen, einen angemessenen Zuschuss zum Preisgeld bereitzustellen. Der Wettbewerb solle als Maßnahme der Stadtbildpflege Anstöße zur Instandsetzung und Neugestaltung von Fassaden aus den verschiedenen Zeitepochen geben. Das Gebiet, das ins Auge gefasst werden soll, ist auf „zwischen Wall und Graben“ eingegrenzt.

Als Auslober des Fassadenpreises ist die Vredener Bürgerstiftung vorgesehen. Details des Wettbewerbsverfahrens und die Finanzierung müssen noch konkretisiert werden. 
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