Neues Buch: Kommissar schreibt über Mordfälle in Bochum und Witten
BOCHUM/WITTEN Ein echter Kriminalhauptkommissar berichtet von den Ermittlungen in echten Mordfällen. Eine spannende Lektüre. Aber der Leser spürt kein Krimischaudern. Denn Axel Pütter, Ermittler bei der Bochumer Kriminalpolizei, verzichtet sowohl auf blutige Details vom Tatort als auch auf den Gruselfaktor.
Kriminalkommissar Axel Pütter hat ein Buch geschrieben. Anhand von echten Fällen erfahren die Leser mehr über die Polizeiarbeit. (Foto: Tobias Nordmann)
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Man lernt viel bei der Lektüre. Zum Beispiel über den Todeszeitpunkt: Den kann man – ungeachtet der kundigen Gerichtsmediziner bei „Tatort“ und Co. – nicht auf die halbe Stunde genau eingrenzen. Jedenfalls nicht kurzfristig.
Akribische Arbeit
Womit die Ermittler eben nicht den Tatzeitpunkt so eingrenzen können, dass ein falsches Alibi schnell zu entlarven ist. In Wirklichkeit verraten sich die Täter oft einfach selbst. In den geduldig geführten Vernehmungen, in denen Widersprüche aufgedeckt und Verdächtige zermürbt werden.
Und der Leser lernt, dass ein guter Mordermittler ungeheuer akribisch arbeitet. Und dass für eine erfolgreiche Mörderjagd eine ungewöhnliche Wahrnehmungsfähigkeit notwendig ist. Da kann der innige Abschied eines Zeugen von seiner Freundin schon einmal der Hinweis sein, dass der Mann vielleicht ein Täter ist, der eine Trennung für einen länger dauernden Gefängnisaufenthalt nicht ausschließt.
Unruhiger Geist
Der Leser lernt weiter, dass während einer Mordermittlung der Geist der Kommissare nicht zur Ruhe kommt. Denn – und das ist bei fiktiven und echten Ermittlungen gleich: Die Spur wird schnell kalt. Die ersten Tage, Stunden entscheiden.
Und die Fälle, die Pütter beschreibt? Man kennt vieles, aber man lernt sie von einer unbekannten Seite kennen. Welche Indizien haben die Polizei auf die Spur des Täters geführt? Was hat den Mörder bewegt, als er geschossen, gestochen oder geschlagen hat? Mit den Augen eines erfahrenen Ermittlers bekommen die Fälle eine ungewohnte Tiefe.
Erzähltalent und Hilfe
Und da Axel Pütter Erzähltalent hat - und Unterstützung durch den Journalisten Frank Schneider – kann man die Berichte auch noch gut lesen. Alles in allem: Ein spannender Einblick in Polizeiarbeit. Jenseits von Tatort und Co.. Aber ganz nah an der Wirklichkeit.





















