Philharmonie Essen: Anne-Sophie Mutter reiste mit einer Zeitmaschine
ESSEN Dass man mit Musik nicht nur gut die Zeit vertreiben, sondern auch eine Reise in eine andere Zeit antreten kann, zeigt sich in jedem Konzert mit klassischer Musik. Wie das aber genau aussieht mit dem Verhältnis der Wahrnehmung von Musik und Zeit, das präsentierten Stargeigerin Anne-Sophie Mutter und das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter dem aufstrebenden Dirigenten Michael Francis am Donnerstagabend in der Philharmonie Essen.
Anne-Sophie Mutter spielte in der Philharmonie Essen. Am 23.5. tritt sie in Dortmund auf, am 2.7. wieder in Essen. ( Foto dpa)
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Der 52-jährige Amerikaner Sebastian Currier stellt in den sieben Sätzen seines Violinkonzerts "Time Machines" (Zeitmaschinen) systematisch Erkundungen zur Zeit-Erfahrung an. Musik erscheint verkürzt, verzögert oder verdichtet. Der Eindruck von sich überschneidender und rückläufiger Zeit stellt sich ein.
Technisch souverän
Das alles klingt moderat modern, verlangt der Solistin Einiges an technischen Finessen ab, enthält neben hochgradiger Virtuosität auch melodische Passagen. Mutter durchmaß das halbstündige Werk mit ernster, angespannter Mine und der gewohnten großen Überlegenheit der technischen und musikalischen Gestaltung.
Emotionale Fantasie
Dann setzte die Königin der Violine noch eins drauf: Bruchs erstes Violinkonzert durchlebte sie als große, emotionsgeladene Fantasie. In den Stuttgarter Musikern unter dem beherzt und präzise dirigierenden Michael Francis fand sie hellwache Begleiter.
Die Zeitreise von der amerikanischen Moderne zur deutschen Romantik unterstrich das Orchester in zwei kammermusikalisch durchsichtig und rhythmisch pointiert dargebotenen Landschaftsbildern: "Appalachian Spring" von Copland und Mendelssohns "Hebriden"-Ouvertüre.







