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Medienhaus Lensing
24.01.2012 17:39 Uhr
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Interview mit Wim Wenders: "Der Erfolg von „Pina“ ist ein Signal für den deutschen Dokumentarfilm"

LOS ANGELES Wim Wenders ist mit seinem 3D-Film Pina für den Oscar nominiert. Und das adelt auch NRW: Pina ist eine Hommage an die verstorbene Choreografin des Wuppertaler Tanztheaters, Pina Bausch. Im Interview erzählt Wim Wenders, was ihm diese Nominierung für die bedeutendste Filmauszeichnung der Welt bedeutet.dpa

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Der deutsche Regisseur Wim Wenders hat schon viele Preise bekommen - nur noch keinen Oscar. Foto: Axel Schmidt (Foto: dpa)

Mit Wim Wenders' „Pina“ ist zum ersten Mal ein in 3D-Technik gedrehtes Werk für einen Oscar in der Kategorie bester Dokumentarfilm nominiert. Nach Bekanntgabe der Nominierungen sprach Wenders mit der Nachrichtenagentur dpa in Berlin über seine Gefühle und warum sich Spiel- und Dokumentarfilm bei ihm immer mehr vermischen.

Was bedeutet diese Nominierung für Sie?
Ich freue mich ganz wahnsinnig für das Tanztheater und für Pina und die Tänzer und dass unsere Mission, Pina mit diesem Film ein Denkmal zu setzen, mit dieser Oscar-Nominierung wirklich ihren Höhepunkt erreicht hat.

Was kann der Dokumentarfilm, was der Spielfilm nicht kann?
Das vermischt sich immer mehr. “Pina“ ist ja auch kein klassischer Dokumentarfilm. Es gibt da auch fiktive Elemente und Choreographie an sich ist ja eigentlich auch etwas Fiktives. Gerade dort, wo es sich vermengt, wo man nicht mehr so richtig weiß, was ist es denn nun - da fühle ich mich am wohlsten. Bei “Buena Vista Social Club“ war das ja auch so. Das war ein Musik-Dokumentarfilm, aber gleichzeitig war es auch ein Märchen.

Bedeutet die Oscar-Nominierung für „Pina“, dass der Dokumentarfilm in Deutschland stärker an Bedeutung gewinnt? Ihr Film hatte ja doppelte Oscar-Chancen, denn er war für Deutschland auch in der Vorauswahl in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“.
Ich glaube schon, dass es ein Signal für den Dokumentarfilm war, dass die deutsche Auswahlkommission “Pina“ als deutschen Beitrag eingeschickt hat - das war schon mal ganz toll. Und dass wir so weit gekommen sind, bis unter die letzten neun und nur knapp nicht unter die letzten fünf, das ist schon ein Signal für den Dokumentarfilm - da bin ich auch ganz stolz drauf. Auch auf den Mut, den die Kommission gehabt hat, darüber habe ich mich riesig gefreut. Und die Akademie hat das ja auch honoriert, indem sie uns bis ganz, ganz knapp vorne rangelassen hat.

Wem drücken Sie in der Kategorie bester Spielfilm die Daumen?
Da stehe ich komplett und hundertprozentig hinter “The Tree of Life“.

Können Sie etwas zu Ihrem nächsten Filmprojekt sagen?
Wir haben ein Projekt laufen mit dem schönen englischen Titel „Everything will be fine“. Das ist eine Familiengeschichte, die Gian-Piero Ringel wieder mit der Neuen Road Movies produziert und wir wollen in Kanada drehen - dieses Mal auf Englisch.


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