Ausstellung: Künstler illustrieren den Rhein-Herne-Kanal von Waltrop bis Duisburg
RECLINGHAUSEN Pop-Art-Gartenzwerge lugen frech hinter Zweigen hervor. Zwischen Schrottplatz und Strandbar grasen friedlich ein paar Sprechblasen-Schafe. Drei Künstler bringen Kunst an den Rhein-Herne Kanal.
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Mit einem Augenzwinkern hat Bernd Zamel die Ufer des Rhein-Herne-Kanals bebildert: Liebevoll-ironisch zitiert er Freizeit-Kultur im Revier, bricht mit Seh-Gewohnheiten und schafft neue. 15 großformatige Tafeln sind nun entlang der Wasserstraße von Waltrop bis Duisburg zu sehen.
Dies ist eine Aktion des Ruhr.2010-Projekts KulturKanal, das aus mehr als 130 Bewerbern drei Künstler ausgewählt hat, um den Rhein-Herne-Kanal künstlerisch zu akzentuieren, ihm ein Leitsystem zu geben.
Fundstücke vom "Tatort"
Während der gebürtige Hagener Bernd Zamel tatsächlich Bilder zeigt, so piktogrammartig abstrahiert sie auch sein mögen, beschäftigen sich Markus Hanakam und das Künstlerpaar Axel Siefer und Petra Weifenbach mit Text. Sie spielen mit Assoziationen und Beschreibungen. Hanakam macht das Kleine, Beiläufige zum Großen, Monumentalen: "Plastiktüte, pink. Toastbrot" kritzelt er auf Notizzettel.
Alltagsdinge, weggeworfen und gefunden - am Kanal? An der Straße? "Tatsächlich stammen die Fundstücke aus dem 'Tatort'", verrät der Essener Künstler. Irgendwie stehe der ja auch fürs Revier, besonders der Duisburger "Schimanski". Dieser detektivische Blick lässt Bilder im Kopf entstehen, regt die Fantasie an.
Mehr als Signale
Eine Idee ganz im Sinne der Juroren: "Die Arbeiten sollten Zeichen setzen, die über den bloßen Signalcharakter hinausgehen", betonte Jurymitglied Prof. Dr. Ferdinand Ullrich bei der Präsentation.
Das trifft auch auf die Tableaus des Künstlerpaars Petra Weifenbach und Axel Siefer zu. "Demut", "Hingabe", "Mut" oder "Sorgfalt" betitelten sie, im starken Kontrast - weiße Druckschrift auf rotem Grund - ihre fünf Tafeln, jeweils sechs mal drei Meter groß. Tugenden, die das Ruhrgebiet groß gemacht haben.
Doch die Idee geht über bloße Reklame fürs Revier hinaus: "Es ist natürlich gewollt provokant, wenn vor einem tristen Industriegebäude das Wort 'Hingabe' prangt", sagt Petra Weifenbach, "aber wir wollten genau diese Reibung erzeugen".
Zu sehen sind die Kanal-Bilder, die wetter- und vandalenfest gemacht wurden, in den nächsten 25 Jahren.







