Nachfolge ist geklärt: Ruhr.2010 hat vier Erben
ESSEN Die Nachfolge der Ruhr.2010 GmbH ist geregelt. Vier Institutionen werden sich ihr Erbe teilen. Und damit auch die 4,8 Millionen Euro, mit denen in den kommenden Jahren ein gemeinsames Kulturangebot der Ruhrregion finanziert wird.
So wie in der "Odyssee" sollen die Theater wieder zusammenarbeiten. (Foto: Archiv)
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Diesen Betrag bringen jeweils zur Hälfte der Regionalverband Ruhr (RVR) als Umlage unter den 53 Revier-Städten und das Land auf. Welche Aufgaben damit finanziert werden, haben das Land, der RVR und die Oberbürgermeister in einer Serie von Gesprächen intern abgestimmt.
Wie von Kulturministerin Ute Schäfer ausbedungen, geht der weitaus größte Erbteil an die Kultur Ruhr GmbH mit Sitz in Gelsenkirchen. Die 1998 gegründete, vom Land, dem RVR und dem Verein pro Ruhrgebiet getragene Institution soll dafür, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfuhren, unter eigenständiger künstlerischer Leitung mit drei oder vier neuen Mitarbeitern eine vierte Sparte neben der Ruhrtriennale, der Betreuung des Chorwerks Ruhr und der Förderung der Tanzlandschaft Ruhr aufbauen.
Exzellenzprojekte
Für Entwicklung und Organisation so genannter Exzellenzprojekte erhält sie 3,5 Millionen Euro. Dazu könnte neben erfolgreichen Projekten wie Emscherkunst, Kooperation der RuhrKunstMuseen, Biennale für internationale Lichtkunst oder Kulturkanal auch eine Nachfolgelösung für die erste Zusammenarbeit der Schauspielhäuser im Revier bei der "Odyssee Europa" zählen.
Ein Beirat aus Kulturdezernenten und Kulturschaffenden berät die neue künstlerische Leitung, die möglichst schon im November ihre Aufgabe antreten soll. Auf eigenen Wunsch wird auch der neue Ruhrtriennale-Intendant Heiner Goebbels mitwirken. Er hat jedoch nicht die künstlerische Verantwortung.
Neuer Kulturmoderator
Der RVR erhält 200 000 Euro und einen neuen Kulturmoderator. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählt neben der Koordination von Kulturprojekten im Revier die Organisation einer jährlichen Ruhrgebiets-Kulturkonferenz gemeinsam mit dem Land. Der neue Moderator wird dem von Dieter Nellen geleiteten RVR-Kulturreferat zugeordnet. Er ist direkt der neuen RVR-Chefin Karola Geiß-Netthöfel verantwortlich.
Für Großveranstaltungen wie die "Extraschicht" oder eine Neuauflage von "Sing!" und das Marketing für den Revier-Kulturtrourismus ist die Ruhrtourismus-Tochter des RVR zuständig. Dafür gehen aus dem 4,8-Millionen-Topf an sie 800 000 Euro. Mit den übrigen 300 000 Euro unterstützt die Wirtschaftsförderungsgesellschaft die Kreativwirtschaft der Ruhrrregion.
Die Endabstimmung am 10. August gilt nur noch als Formsache. Am 14. September wird der Kulturausschuss des RVR und am 6. Oktober die Verbandsversammlung über die Aufteilung des Ruhr.2010-Erbes abstimmen.
Scheytt freier Berater
Für einen Kulturmatador gibt es bei dieser Lösung keinen Platz. Da die von ihm gewünschte Ruhr 2030 GmbH mit einem illusorischen Finanzbedarf von 15 bis 20 Millionen Euro nicht zustande kam, wird sich Geschäftsführer Oliver Scheytt nach der Abwicklung der Ruhr.2010 GmbH zum Jahresende einer freien Beratertätigkeit und seiner Professur für Kulturpolitik und kulturelle Infrastruktur an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater widmen.







