Festival in Recklinghausen: Ruhrfestspiele setzen russischen Schwerpunkt
RECKLINGHAUSEN Die 66. Auflage der Ruhrfestspiele wendet ihren Blick gen Russland. "Im Osten was Neues: Von den fernen Tagen des russischen Theaters in die Zukunft" ist Motto des Festivals vom 1. Mai bis 16. Juni. In den 80 Produktionen stehen russische Autoren im Mittelpunkt.
Cate Blanchett spielt in "Groß und klein" von Botho Strauß. (Foto: Ruhrfestspiele)
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Gestern stellte Intendant Frank Hoffmann das Programm vor - bei einer Pressekonferenz auf der Bühne des Ruhrfestspielhauses Recklinghausen, der Herzkammer des Festivals. Bei russischen Eiern und umgeben von Bildern russischer Dichter. Mit einer langen Zäsur zu Beginn, vor Musik von Tschaikowsky. "In den russischen Stücken gibt es viel Schweigen", weiß Hoffmann.
Allerdings ist die Hauptproduktion des Festivals nicht von einem russischen Dichter. Im Stationendrama "Groß und klein" von Botho Strauß (ab 25.5.) spielt der australische Hollywood-Star Cate Blanchett die Lotte aus Remscheid.
Eröffnet werden die Festspiele mit einer Komödie: Hoffmann selbst inszeniert "Der Revisor" von Gogol (3.5.). Sebastian Hartmann bringt Tolstois "Krieg und Frieden" mit dem Centraltheater Leipzig heraus (10.5.) und Luk Perceval mit dem Thalia Theater Tschechows "Kirschgarten" (16.5.).
Regiestar Patrice Chéreau, von dem der berühmteste "Ring" in Bayreuth stammt, inszeniert Dostojewskis "Großinquisitor" (19.5.). Für "Onkel Wanja" von Tschechow kommen extra noch einmal Mitglieder des Deutschen Theaters Berlin zusammen, die in dem Kultstück gespielt haben (21.5.). Regisseur war Jürgen Gosch, von dem am 9. 6. auch Tschechows "Möwe" zu sehen ist.
Deutschlandpremiere
Mit einer Deutschlandpremiere und einem Großprojekt endet am 13.6. der Russland-Schwerpunkt: In einer Koproduktion inszeniert Simon McBurney Bulgakows "Meister und Margarita".
Seit vielen Jahren gibt es ein Mal wieder Tanz bei den Ruhrfestspielen: Puschkins "Onegin" tanzt das Eifman State Academy Ballet St. Petersburg zu Musik von Tschaikowsky (4.6.) - mit 50 Tänzern. Und die Neue Philharmonie Westfalen begleitet einen russischen Bilderspaziergang durch Tschaikowskys fünfte Sinfonie (20.5.).
Uraufführung mit Katja Riemann
Im Kleinen Haus feiert Katja Riemann am 19.5. mit dem ungewöhnlichen Schubert-Roadmovie "Winter" Uraufführung. Eine Perle im Spielplan ist auch "Der Fall der Götter" nach Viscontis Film "Die Verdammten" vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg im Theater Marl (13.6.).
Günter Lamprecht, Ulrich Matthes, Hannelore Elsner und Burghart Klaußner rezitieren in der Lesereihe Texte russischer Autoren; Wladimir Kaminer feiert am 27.5. eine "Russendisko".
Akrobatik und mehr
Zirzensisches bietet das vielfältige Festival auch: Akrobatik in "Areja" (24.5.) und "Donka" in der Choreografie von Daniele Finzi Pasca vom "Cirque du Soleil" (16.5.).
Traditionell eröffnet werden die Ruhrfestspiele mit einem Volksfest am 1. Mai; das Abschlusskonzert spielt am 16. Juni im Stadtgarten Recklinghausen die Band BAP.
Das Fringe Festival bietet 24 Produktionen aus zwölf Ländern in 122 Aufführungen. Außerdem gibt es ein Kabarett-Festival, Programm im Theaterzelt und ein Festival der Uraufführungen.
Der Kartenvorverkauf beginnt heute (19.1.) um 11 Uhr unter Tel. (02361) 9 21 80.







