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21.12.2012 08:32 Uhr
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Festspielhaus-Intendant: Krise hat Kultur nicht geschadet

Baden-Baden (dpa) Die meisten Kultureinrichtungen sind nach Ansicht des Baden-Badener Festspielhausintendanten Andreas Mölich-Zebhauser glänzend durch die Wirtschaftskrise gekommen. «Wir hatten in den vergangenen vier Jahren eine konstante Auslastung von 85 Prozent», sagte der Intendant der Nachrichtenagentur dpa.

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Andreas Mölich-Zebhauser vor Festspielhaus Baden-Baden. Foto: Uli Deck (Foto: dpa)

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In Krisenzeiten komme es zu einem denkwürdigen psychologischen Effekt: «Die Menschen investieren weniger in Autos oder den Haushalt, aber sie gönnen sich ab und an einen Theater- oder Opernbesuch.» Diese Erfahrungen machten auch andere bekannte Häuser.

Das Engagement der Spender und Sponsoren sei ebenso ungebrochen. «Wir konnten in den Krisenjahren die Zuwendungen sogar noch aufstocken - von gut fünf Millionen Euro im Jahr 2008 auf aktuell knapp acht Millionen Euro.» Das entspricht etwa einem Drittel des Gesamtetats. «Mit dieser Unterstützung können wir natürlich auch ein attraktives Programm auf die Beine stellen, das eine weitere Ausstrahlung entwickelt.» So überträgt der deutsch-französische Sender Arte an Heiligabend die Oper «Der Liebestrank» in der Inszenierung des Startenors Rolando Villazón und an Silvester das Galakonzert mit Olga Peretyatko, Rolando Villazón und Thomas Hampson.

Mit gemischten Gefühlen registriert Mölich-Zebhauser, dass die Krise jetzt ihrem Ende entgegengehe, da die Euro-Rettung seiner Meinung nach so gut wie in trockenen Tüchern ist. «Scheint eine Krise überstanden, fließt das Geld dann wieder vermehrt in den Alltagskonsum und weniger in die Kultur», erzählt er aus seinen Erfahrungen. «Das werden wir unter Umständen in den kommenden Monaten zu spüren bekommen.»

Allerdings könnte diese Entwicklung von einem anderen Trend abgemildert werden: «Klassische Konzerte sind gefragt.» Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung kauften im vergangenen Jahr erstmals seit langer Zeit mehr Deutsche ein Ticket für eine klassische Aufführung als für ein Rock- oder Popkonzert. «Bei klassischen Konzerten ist man den Künstlern sehr nah, hat gute Sicht und gute Akustik», erklärt sich Mölich-Zebhauser die Entwicklung. «Bei den Riesen-Rock-Events bekommen die meisten Zuschauer dagegen nur über Großleinwände mit, was auf der Bühne passiert. Da entsteht kein Gefühl für die Musik.»

Gespräch: Ingo Senft-Werner, dpa

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