Lehrstuhl erforscht Rolle des Künstlers in Umbrüchen
Hildesheim (dpa) Die Rolle des Künstlers in politischen Umbrüchen erforscht ein neuer UNESCO-Lehrstuhl am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Die niedersächsischen Wissenschaftler wollen dazu internationale Kooperationen aufbauen.
Der Schwerpunkt liegt zunächst auf dem afrikanischen Kontinent. «Künste sind nicht nur schön, sondern haben gesellschaftliche Relevanz. Das zeigen die Entwicklungen des "arabischen Frühlings" und die Erfahrungen von Künstlern und Kulturvermittlern weltweit», erklärte der Leiter des 10. Unesco-Chair der Bundesrepublik, Prof. Wolfgang Schneider, am Mittwoch.
Die Forscher wollen zudem die Situation der Kulturellen Bildung in Afrika in den Blick nehmen und dort Ausbildungsprogramme im Bereich Kulturmanagement unterstützen. Mit Hochschulen in Südafrika, Mosambik und Tansania sind Austauschprogramme geplant. Aus Anlass der Verleihung des neuen Unesco-Lehrstuhls mit dem Titel «Cultural Policy for the Arts in Development» (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) veranstaltet das Institut für Kulturpolitik Ende Januar ein internationales Kolloquium. Bei der Tagung in Hildesheim stehen vor allem die Regionen südliches Afrika und Nordafrika im Fokus.
In Niedersachsen gibt es bereits an der Leuphana Universität Lüneburg einen Unesco-Lehrstuhl. Dieser und die neue Hildesheimer Einrichtung böten die große Chance, mit Hochschulen aus anderen Kontinenten wissenschaftliche Erkenntnisse mit grundsätzlichen Fragen zum Wohle und der Zukunft der Menschen zu verknüpfen, sagte die niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU).








