Medienhaus Lensing
27.12.2012 10:44 Uhr
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Letzte Print-Ausgabe der «Newsweek» an Silvester

New York (dpa) On the cover of Newsweek» heißt es in einem Song von Paul Simon, und jeder wusste, was gemeint ist: Da ist jemand berühmt.

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«Newsweek» gibt es künftig nicht mehr am Kiosk. (Foto: dpa)

Das wöchentliche Magazin wurde durch seine Bilder und gerade auch durch die Titelbilder am Zeitungskiosk zur Legende. Jetzt ist das Blatt als Blatt selbst Geschichte: Am 31. Dezember erscheint nach fast genau 80 Jahren die letzte Ausgabe der «Newsweek» aus Papier und am Zeitungskiosk. Künftig wird es das Magazin nur noch im Internet geben.

Auf dem letzten Titel von «Newsweek» wird «Newsweek» sein. Die Luftaufnahme in schwarz-weiß zeigt das alte bekannte Verlagsgebäude mit dem großen Schriftzug Dutzende Meter über New York. «Letzte gedruckte Ausgabe» steht in großen Lettern darüber - wobei das «gedruckte» sich rot abhebt. Davor ein # als Hinweis auf Twitter- und Internetauftritt. «Es ist bittersüß», twitterte Chefredakteurin Tina Brown. «Wünscht uns Glück!»

Das kann die Zeitschrift, deren Auflage seit Jahren eine große Abwärtskurve ist, gut gebrauchen. Viele mögen «Newsweek» als Königin des Zeitungskiosks würdigen, gekauft haben sie sie deshalb noch lange nicht. Gegründet hatte «News-Week» 1933 Thomas Martyn, ein Ex-Redakteur von «Time». Das Abonnement kostete vier Dollar - für ein Jahr. Künftig konkurrierten die Magazine, wenn auch mit etwas unterschiedlicher Ausrichtung. Während «Time» sich immer auf Politik konzentrierte, setzte «Newsweek», der Bindestrich verschwand bald aus dem Titel, auf Bilder und Reportagen. Wenn «Time» der amerikanische «Spiegel» ist, dann ist «Newsweek» der «Stern».

Auf jeden Fall waren die Titelbilder ein Hingucker am Kiosk: Präsidenten, Stars, Forscher, nicht selten einfache Leute - wer vom «Newsweek»-Titel aus dem Kiosk guckte, der war jemand in der Welt. Zum Beispiel Angela Merkel vor einem knappen Jahr, untertitelt mit «ACHTUNG! It's Angela!».

Da war «Newsweek» längst ein Fass ohne Boden. In den letzten sieben Jahren hat sich die Leserzahl auf 1,5 Millionen halbiert. Im August 2010 übernahm der Radiotechnikpionier Sidney Harman die Zeitschrift - und ihre Schulden. Der Preis: Ein Dollar. Für ein Heft am Kiosk hätte er schon das Vierfache zahlen müssen.

Ein paar Wochen später verschmolz die alte, angesehene «Newsweek» mit einer gerade zwei Jahre alten Internetplattform mit dem seltsamen Namen «The Daily Beast». Deren Chefin, die ebenso charismatische wie harte Tina Brown, wurde Chefin beider Redaktionen. Da gab es noch vier gedruckte Versionen von «Newsweek» für die verschiedenen Teile der Welt und diverse Lizenzausgaben.

15 Millionen Leser, allein im vergangenen Jahr ein Plus von 70 Prozent, haben die Websites nach eigenen Angaben im Monat. Die sollen künftig zahlen. Während die Werbung im Printbereich einbreche, hätten schon 70 Millionen Amerikaner ein elektronisches Lesegerät, schreibt Brown - «eine hervorragende globale Plattform für unseren preisgekrönten Journalismus». Aber sie räumt auch ein, dass viele «die Romantik der gedruckten Ausgabe und die Kollegialität in den hektischen Stunden vor dem Erscheinen» missen werden.

Einen ähnlichen Weg ist vor drei Jahren bereits «Life» gegangen. Das Reportagemagazin hat eine ähnliche Geschichte und eine ähnliche Aura wie «Newsweek». Auch die Fotos von «Life» gibt es aber nur noch im Internet. So existiert «Life» weiter - der Glanz ist jedoch weg.

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