Medienhaus Lensing
03.01.2013 18:57 Uhr
Schriftgröße: A A A

Gravenhorster Projektstipendien 2013: Pflanzen lassen Dampf ab, Tauben gehen an die Börse

HÖRSTEL Demnächst sprießen aufblasbare Pflanzen aus Plastik um das Kunsthaus Kloster Gravenhorst und verwandeln die historische Landschaft in eine „Plantage“. Stefan Demming hatte die Idee dazu und reichte sie als Bewerbung um die Projektstipendien „KunstKommunikation“ 2013 ein.Von Elvira Meisel-Kemper

«
1/1
»

Da werden die Bullen und die Bären staunen: Frank Bölter will münsterländische Brieftauben durch die Frankfurter Börse fliegen lassen. (Repro: Elvira Meisel-Kemper)

Aus den 14 Projektideen der Vorauswahl wurde sein Vorschlag „Plantage“ mit drei weiteren Entwürfen zur Realisierung auserkoren. Die Pläne aller 14 Projekte sind nun bereits in einer Ausstellung in Gravenhorst zu sehen.

Werden und Vergehen

Der Clou bei Demmings Arbeit wird sein, dass die „Pflanzen“ nicht nur stramm aufgepumpt da stehen, sondern in einem regelmäßigen Rhythmus von Aufblasen und Zusammensinken den natürlichen Prozess von Werden und Vergehen darstellen sollen.

Auch Frank Bölter darf sein Projekt „Bull, Bears und Brieftauben“ in diesem Jahr verwirklichen. Schon einmal machte er als Stipendiat des Kunsthauses auf sich aufmerksam, als er mit einem Faltboot die Wasserwege von Citeaux, dem Mutterkloster der Zisterzienser, bis zum ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Gravenhorst befuhr. Seine neue Idee ist noch kühner. Sie beginnt mit dem Start hunderter Brieftauben von Züchtern aus dem Kreis Steinfurt in der Frankfurter Börse am 13. September. Bölter möchte die Hektik des Börsenhandels der lokalen Tradition der Züchtung von Brieftauben, die Geduld einfordert, gegenüber stellen.

Zentrum für Pilz-Experten

Laura Popplow will die Gebäude des Klosters auf das zurückführen, was sie einst auch waren: Orte der Herstellung von Lebensmitteln für die Nonnen und – in den 1970er-Jahren – Plätze für die Champignonzucht. „Fungutopia Station Gravenhorst“ nennt sie ihre Idee, in der das Kunsthaus zum Zentrum für Pilz-Experten werden soll.

Bereits jetzt sammelt Marita Kratz für ihre Rauminstallation „Stitches in Time“ weiße und cremefarbene glatte Strick- und Häkelgarne in allen Stärken. Großzügige Spenden von mehr als einem Kilo Wolle werden mit ihrem handsignierten Kunstbuch „10 000 weiße Rosen“ belohnt. Eine Kiste für die Spenden steht im Kunsthaus bereit. Ebenso sucht sie Frauen aus der Region, die mit ihr an der Rauminstallation häkeln werden. Handarbeiten in geselliger Runde waren in früheren Jahrhunderten eine wichtige Beschäftigung von Frauen. An diese Tradition möchte Kratz anknüpfen.

Die Ausstellung bleibt aber nicht bei der Theorie stehen: Parallel zu den Plänen sind die Ergebnisse der Projektstipendien des Jahres 2012 in den Atelierräumen im Dachgeschoss zu sehen.
Meistgelesen | Kultur

Buchprojekt

1

Paare aus unterschiedlichen Kulturkreisen gesucht

Katharina Klapdor sucht Paare aus verschiedenen Kulturkreisen für ein Buchprojekt.

MÜNSTER Andere Länder, andere Sitten: In einigen Kulturkreisen dürfen Paare auf der Straße nicht Händchenhalten. In anderen wird einer Frau zum ersten Date eine Anstandsdame an die Seite gestellt. Wieder woanders sind homosexuelle Beziehungen noch strengstens verboten. mehr...

Champions-League-Finale

2

Maazel erklärt den Fußball

Auch den Fan-Chor auf der Empore dirigierte Maestro Lorin Maazel im Bayern-Trikot

MÜNCHEN Mit Beethoven und Bruckner kennt sich Lorin Maazel bestens aus. Mit den Bayern und dem BVB weniger. Auf seiner Facebook-Seite ist der 83-jährige amerikanische Dirigent im Trikot des FC Bayern als Spielführer seiner Münchner Philharmoniker zu sehen. mehr...

3

Kurze Interviews mit fiesen Männern

<p>In einem originellen Bühnenbild geben die Männer Interviews. <p></p> Küster</p>

BOCHUM Monologe ansprechend auf die Bühne zu stellen, ist keine leichte Übung. Monika Gies ist es in ihrer ersten Regie-Arbeit am Schauspielhaus Bochum gelungen. Die "Kurzen Interviews mit fiesen Männern" von David Foster Wallace geraten im kleinen Theater Unten zu intimen Bekenntnissen, denen der Zuschauer atemlos folgt. mehr...

Saison 2013/14

4

Das ist der neue Spielplan im Theater Dortmund

Jens-Daniel Herzogs Inszenierung von Verdis "Don Carlos", die im Februar in Mannheim Premiere gefeiert hat, ist mit prächtigen, historischen Kostümen als Spielzeiteröffnung in der Oper Dortmund zu sehen.

DORTMUND. Acht Premieren in der Oper, zwei im Ballett, viele Entdeckungen im Schauspiel, Theater für alle Generationen im Kinder- und Jugendtheater und ein tolles Konzertprogramm des neuen Generalmusikdirektors Gabriel Feltz: Der neue Spielplan des Theaters Dortmund macht Lust auf die neue Saison. Das sind alle Produktionen: mehr...

Georg Köhl inszeniert Strauss

5

In der Seele von Salome

Opfer und Täterin zugleich: Die Salome von Richard Strauss steht in Münster erwachsen und als Kind auf der Bühne.

MÜNSTER Was ist das für eine Frau, die einem Mann den Kopf abschlagen lässt, nur weil er nicht mit ihr schlafen will? Jedenfalls keine femme fatale, sagt Regisseur Georg Köhl. Er sieht Salome als eine „irrlichternde Seele, wandelnd am Abgrund“. Wie auch alle anderen Figuren in der Oper von Richard Strauss. Am Samstag (18. Mai) hat seine Inszenierung im Theater Münster Premiere. mehr...

Sehenswert

Theater in der Region

Welche Inszenierung Sie unbedingt gesehen haben müssen, auf einen Blick. mehr...

Rundgang

Ausstellungen in der Region

Von Malerei bis Fotografie: Ein Rundgang durch diese Ausstellungen lohnt sich. mehr...

Hörenswert
Konzert

Konzerte in der Region

Egal ob Operette, Oper oder Philharmonie: Welche Konzerte sich wirklich lohnen. mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Nutzungsbasierte Onlinewerbung | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | MuensterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | MünsterlandZeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | Immomia