Bombenalarm in Bonn: Kriminalbeamte warnen vor vorschnellen Schlüssen

Köln Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat vor „medialen Schnellschüssen“ bei der Bewertung des Bonner Bombenalarms gewarnt. „Es könnte rein theoretisch so sein, dass auch Rechtsextremisten den Eindruck vermitteln wollten, Salafisten wollten den Bahnhof sprengen - nur als Hypothese“, sagte der stellvertretende BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen.

Es sei das eine, aufgrund der ersten Eindrücke Verbindungen zu anderen Fällen herzustellen und einen bestimmten Verdacht zu haben. Etwas ganz anderes sei es, diesen Verdacht auch zu beweisen. Der gute Kriminalist bewahre sich immer seine grundsätzliche Offenheit, sagte Carstensen.

Im Bonner Fall habe die Polizei lediglich eine Tasche und deren Inhalt, wobei dieser noch zerschossen sei. Dies müsse man nun mit Beobachtungen und Videoüberwachungen zusammenführen.

"Es gehört auch eine Bremse hinein"

Natürlich fühle man sich auf Anhieb an die „Kofferbomber“ von 2006 erinnert, sagte Carstensen. Diese hatten in Nordrhein-Westfalen in zwei Regionalzügen Kofferbomben deponiert, die wegen eines falschen Gasgemischs jedoch nicht explodiert waren.

„Das ist zulässig, dass man so eine Interpretation hat, aber es gehört auch eine Bremse hinein.“ Er habe es in seiner dienstlichen Tätigkeit oft genug erlebt, dass der erste Anschein getrogen habe.
Autor
dpa
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  • Erstellt:
    12. Dezember 2012, 14:30 Uhr
    Aktualisiert:
    12. Dezember 2012, 14:32 Uhr
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