Ex-Innenminister von Baden-Württemberg: Thomas Schäuble ist tot

Stuttgart Er wurde der „kleine Schäuble“ genannt. Der frühere Innenminister von Baden-Württemberg kämpfte seit Monaten mit den Folgen eines Herzinfarkts. Nun ist Thomas Schäuble tot.

  • Der baden-württembergische Innenminister Thomas Schäuble (CDU) spricht am 31.03.2004 im Landtag in Stuttgart (Baden-Württemberg) während einer Debatte über die Reform der Polizeistruktur zu den Abgeordneten. Der Bruder von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei am Donnerstagabend an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Freitag aus der Südwest-CDU.

    Der baden-württembergische Innenminister Thomas Schäuble (CDU) spricht am 31.03.2004 im Landtag in Stuttgart (Baden-Württemberg) während einer Debatte über die Reform der Polizeistruktur zu den Abgeordneten. Der Bruder von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei am Donnerstagabend an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Freitag aus der Südwest-CDU. Foto: dpa

Der frühere baden-württembergische Innenminister Thomas Schäuble (CDU) ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Der jüngere Bruder von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei am Donnerstagabend den Folgen eines Herzinfarkts erlegen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart am Freitag aus der Südwest-CDU. Auch die „Badischen Neuesten Nachrichten“ berichteten über den Tod.
 
Schäuble hatte seit 2004 die landeseigene Brauerei Rothaus geführt. Seit seinem Herzinfarkt im Juli war der 64-Jährige aber nicht mehr auf seinen Posten zurückgekehrt. Anfang Dezember hatte die Regierung mitgeteilt, dass sein Vertrag aufgelöst werden solle. In der Zwischenzeit führt Ex-Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) die Brauerei.

Justizminister
 
Der Südbadener Schäuble war von 1996 bis 2004 unter Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) Innenminister. Als solcher festigte er seinen Ruf als rechtskonservativer Vertreter der Partei. Schon 1991 übernahm er in der Stuttgarter schwarz-gelben Koalition als damals jüngstes Kabinettsmitglied das neu geschaffene Verkehrsressort. 1992 wurde er in der CDU/SPD-Koalition Justizminister.
    
Lange Zeit galt der „kleine Schäuble“ als Kronprinz von Teufel. Doch bei einer Regierungsumbildung 2004 ging Schäuble aus dem Kabinett und übernahm wenig später den gut dotierten Chefsessel der Rothaus-Brauerei. Der Bund der Steuerzahler kritisierte dies damals als parteiinterne Versorgung ausgedienter Kabinettsmitglieder.
Bundesweite Schlagzeilen machte Thomas Schäuble, als er im Jahr 2000 mit Altbundeskanzler Helmut Kohl abrechnete - einen Tag nach dem Rückzug seines Bruders vom CDU-Bundesvorsitz im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre. „Ich verabscheue Herrn Kohl. Und ich kann da für die ganze Familie sprechen“, wurde Thomas Schäuble zitiert - und ergänzte, dass Kohl ohne seinen Bruder nicht 16 Jahre lang Bundeskanzler gewesen wäre.
 
Thomas Schäuble wurde 1948 als jüngster von drei Söhnen in Hornberg im Ortenaukreis geboren. Nach dem Jura-Studium arbeitete Schäuble in der Landesanwaltschaft Karlsruhe, später beim Landratsamt Rastatt. Von 1984 bis 1991 war er Oberbürgermeister von Gaggenau. 
 

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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Januar 2013, 12:34 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Januar 2013, 14:15 Uhr