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20.12.2012 15:49 Uhr
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Bus von Güterzügen zermalmt: Düsseldorf ist knapp einer Katastrophe entgangen

Düsseldorf Beinahe-Katastrophe in Düsseldorf: Ein Linienbus bleibt auf einem Bahnübergang liegen - und wird von zwei fast gleichzeitig eintreffenden Güterzügen zerrieben. Der Busfahrer kann sich und drei Fahrgäste retten. Auch die beiden Lokführer bleiben wie durch ein Wunder fast unverletzt.dpa

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Ein Bild der Feuerwehr zeigt denentgleisten Zug, der nach einer Kollision mit einem Linienbus in Düsseldorf, in einen Schrebergarten gefahren ist. Der Linienbus war durch einen technischen Defekt auf dem Bahnübergang liegengeblieben, wie die Polizei berichtete. Eine der Lokomotiven rutschte bei dem Unfall eine Böschung hinab und landete in einer Kleingartensiedlung im Düsseldorfer Stadtteil Eller.  (Foto: dpa)

 

Zwei Güterzüge haben am Mittwochabend in Düsseldorf einen Linienbus in Stücke gerissen. Er war auf einem Bahnübergang liegengeblieben. Die Lokomotiven und mehrere Waggons entgleisten. Der 51 Jahre alte Busfahrer und drei Fahrgäste konnten das Fahrzeug rechtzeitig verlassen, bevor es zermalmt wurde. Sie und die beiden Lokführer erlitten Schocks, blieben ansonsten aber unverletzt. Der Bus war wegen eines technischen Defekts stehen geblieben. Die genaue Ursache ist noch unbekannt, wie die Polizeibehörden von Land und Bund sowie das Nahverkehrsunternehmen Rheinbahn am Donnerstag mitteilten.
 
Den Helfern bot sich um kurz nach 20 Uhr im Düsseldorfer Stadtteil Eller auf einer Länge von rund 400 Metern ein Bild der Verwüstung. Nur wenige Teile des Gelenkbusses waren noch als Bestandteile des Fahrzeugs zu erkennen. Die stellvertretende Leiterin der Bundespolizeiinspektion Düsseldorf, Anja Kleimann, schilderte den Ablauf des Unglücks: Demnach blieb der Bus liegen. Der Fahrer habe besonnen und geistesgegenwärtig reagiert. Er habe den Bus zusammen mit den Fahrgästen sofort verlassen. Unmittelbar danach sei dann der erste Güterzug aus Norden kommend auf den Bus geprallt. „Wenige Augenblicke später“ sei dann ein Zug aus südlicher Richtung ebenfalls auf den Bus geprallt. Er geriet zwischen die beiden Züge und wurde in viele Teile gerissen.

Kleingartensiedlung
 
Eine der 89 Tonnen schweren Lokomotiven rutschte bei dem Unfall eine Böschung hinab und landete in einer Kleingartensiedlung. Ein unbewohntes Gartenhaus wurde zerstört. Die beiden Züge hatten eine Länge von jeweils rund 500 Metern. Der eine wurde von zwei Loks gezogen und bestand aus 22 entleerten Kesselwagen, in denen sonst die Gase Butan und Propan transportiert wurden. Weil solche Waggons nach der Entleerung eine Restmenge des Gases enthalten können, seien sie als Gefahrguttransport eingestuft gewesen. „Dadurch, dass die Waggons ganz geblieben sind, bestand aber keine Explosionsgefahr“, teilte ein Sprecher der Düsseldorfer Feuerwehr mit. Der andere Zug hatte Sattelauflieger geladen.
 
Insgesamt entgleisten alle drei Lokomotiven und vier Waggons. Über mehrere hundert Meter verteilt lagen Scherben und Trümmerteile. Von dem zerstörten Gartenhaus blieb kaum etwas stehen. Mit einer Wärmebildkamera stellte die Feuerwehr sicher, dass sich keine Menschen unter den Trümmern befanden.
Dem Vernehmen nach war der Bus langsam um eine Kurve gefahren, als auf den Schienen plötzlich der Motor ausging. Noch ein paar Mal versuchte der Fahrer, wieder zu starten, dann verließ er mit den Fahrgästen den Bus. Vorher soll er noch versucht haben, die Buszentrale zu erreichen. Dies hat aber nicht funktioniert. Mit einem Handy verständigte er dann die Zentrale. Die mitgeschnittenen Gespräche sollen nun ausgewertet werden, um einen genauen Ablauf rekonstruieren zu können. Bei der Landespolizei sei der Sachverhalt um 20.19 Uhr das erste Mal protokolliert werden, sagte ein Polizeisprecher.

Sperrung
 
Die Strecke, auf der ausschließlich Güterzüge fahren, bleibt wegen der Schäden voraussichtlich bis zum Jahresende gesperrt. Eventuell müsse das Gleisbett neu aufgebaut werden. Auch seien die Schrankenanlage und die Oberleitung beschädigt worden, sagte ein Bahn-Sprecher. Die Schadenshöhe bezifferte er auf mindestens einen sechsstelligen Betrag. 
 
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