Comeback der Altkennzeichen: 14 000 Autos mit MO, WAT und Co.

Essen Für seine Traumkombination mit dem wieder eingeführten Regional-Kürzel WAN wartete ein Wanne-Eickeler die ganze Nacht. Nach dem Comeback vieler Altkennzeichen in NRW ebbt der erste Andrang auf die Zulassungsstellen aber ab - wenn auch nur langsam.

  • Die Nummernschilder mit den Kennzeichen RE und CAS. In Nordrhein-Westfalen sind bislang elf alte Autokennzeichen wieder eingeführt worden, die nach Gebietsreformen weggefallen waren. Foto: Daniel Naupold/dpa

    Die Nummernschilder mit den Kennzeichen RE und CAS. In Nordrhein-Westfalen sind bislang elf alte Autokennzeichen wieder eingeführt worden, die nach Gebietsreformen weggefallen waren. Foto: Daniel Naupold/dpa Daniel Naupold (dpa)

Wer in Moers oder Dinslaken im Kreis Wesel seine Verbundenheit zur Heimatstadt mit seinem Nummernschild unter Beweis stellen will, muss Geduld haben. Seit Wiedereinführung der alten Regionalkürzel MO und DIN erlebe die Zulassungstelle erheblichen Andrang, berichtet Anja Schulte, Sprecherin des Kreises. 13 000 Reservierungen für die Wunschkombination mit den neuen Kürzeln sind dort eingegangen. Wer das Schild sofort anschrauben möchte, braucht einen Termin. „Sonst könnten wir den normalen Betrieb gar nicht aufrecht erhalten“, sagt sie. 2000 dieser Termine haben die Mitarbeiter bereits abgearbeitet, 2000 Wünsche damit erfüllt.

Seit dem ersten November können Länder beim Bund wieder Kürzel beantragen, die bei Gebietsreformen weggefallen waren. Elf alte Kennzeichen in neun Kreisen sind in Nordrhein-Westfalen bereits wieder erlaubt. Außerdem beschloss der Kreistag in Borken, die Freigabe der alten Kürzel BOH für Bocholt und AH für Ahaus zu beantragen. Das Genehmigungsverfahren läuft noch, aber die Nachfrage sei schon jetzt sehr groß, sagt Karl-Heinz Gördes, Pressesprecher des Kreises. Die knapp 3000 Reservierungen für AH-Kennzeichen und rund 5000 Reservierungen für BOH zeigten: „Hier gibt es eine starke Verbundenheit der Bürger zu ihrer Kommune“.
    

Wie weit diese Verbundenheit zu einem Regionalkürzel gehen kann, offenbart sich in Herne. Seit etwa einer Woche wird dort das Kennzeichen WAN für die 1975 eingemeindete Stadt Wanne-Eickel wieder ausgegeben. „Der erste hat am Vortag um 22 Uhr vor der Tür gestanden und die ganze Nacht gewartet, damit er der Erste sein konnte“, berichtet Christian Matzko, Sprecher der Stadt Herne. In den ersten Tagen sei der Andrang auf die WAN-Kennzeichen kaum zu bewältigen gewesen, jetzt normalisiere sich die Nachfrage zusehends.

In den meisten der 9 Kreise, die bereits alte Regionalkürzel ausgeben, ist der erste Sturm auf die Zulassungsstellen ebenfalls abgeebbt. In den ersten Kreisen fiel der Startschuss für die Altkennzeichenausgabe am 13. November, weitere Kommunen zogen nach. NRW-weit haben inzwischen rund 14 000 Fahrzeughalter ein Nummernschild mit den neuen alten Regionalkürzeln ans Auto geschraubt.

"Das ist doch eher mau"

Was die Zulassungsstellen auf Trab gehalten hat, werde sich im Straßenbild aber nicht übermäßig bemerkbar machen, glaubt Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna, der bereits etwa tausend LÜN-Kürzel zugeteilt hat. In der Stadt Lünen seien etwa 52 000 Autos gemeldet: „Wir reden also von etwa 2 Prozent der Fahrzeuge. Das ist doch eher mau“, sagt sie.

Nur wem das neue Nummernschild auch wirklich zwischen 70 und 80 Euro wert sei - soviel kostet der Wechsel - ließe sein Nummernschild jetzt direkt umkennzeichnen, ergänzt ihr Kollege aus Herne, Christian Matzko. Er rechnet damit, dass viele Wanne-Eickeler erst umschwenken, wenn sie mit Fahrzeugwechsel sowieso ein neues Kennzeichen brauchen. „So langsam, wie die Altkennzeichen nach der Gebietsreform verschwanden, so langsam werden sie auch jetzt wiederkommen“, ist er überzeugt.
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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    20. Dezember 2012, 15:42 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:40 Uhr