Strecke Münster-Köln: Bahn renoviert NRW-Intercitys - mehr Komfort

Münster Gemütliche Kopfstützen, Ledersitze in der 1. Klasse: Die Bahn hat ihre IC-Waggons zwischen Münster und Köln für viel Geld aufgehübscht. Auch die Technik wird modernisiert. Doch die Bahn konnte nicht alle dringenden Wünsche der Kunden erfüllen.

  • Von Dezember an sollen die neuen Wagen durch Nordrhein-Westfalen rollen.

    Von Dezember an sollen die neuen Wagen durch Nordrhein-Westfalen rollen. dpa

Sönke Christian nennt sie „Ohren“, die Kopfstützen an den Seiten der neuen, dunkelblauen Sitze in den Intercity-Waggons der Bahn. Wenn Christian früher im Intercity eingenickt ist und es im Zug ein bisschen ruckelte, fiel sein Kopf immer unsanft zur Seite. Das hat ihn genervt. So sind die „Ohren“ Teil seines Projekts geworden.

Der Auftrag: 770 IC-Waggons der Bahn aufmöbeln. Denn die alten Damen haben bis zu vier Jahrzehnte auf dem Buckel. Von Dezember an sollen die ersten Intercitys im neuen Gewand durch Nordrhein-Westfalen rollen - auf der beliebten Pendlerstrecke zwischen Münster und Köln.

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Der 45-Jährige rührt an diesem Morgen kräftig die Werbetrommel für die modernisierten Wagen mit dem neuen Teppich, den bunten Extra-Abteilen für Kleinkinder, den Fahrradwagen, den Tischen und schicken Ledersitzen in der 1. Klasse - und seinem Lieblingsdetail, den plüschigen „Ohren“.

Das kommt nicht von ungefähr: Gerade zwischen Münster und Köln muss sich die Bahn mächtig ins Zeug legen, um der neuen privaten Konkurrenz im Fernverkehr die Stirn zu bieten. Der „Hamburg-Köln-Express“ („HKX“) macht ihr Fahrgäste auf einer der meistgenutzten IC-Strecken streitig.

Die wolle man zurückgewinnen, sagt Christian. Für ihre Werbeoffensive hat sich die Bahn den richtigen Mann ausgesucht. Christian drückt sein Gesicht fest in das schmale Kissen der Kopfstütze und sieht dabei sehr glücklich aus.

Zwischen Münster und Köln sind werktags wie am Wochenende viele Pendler und Geschäftsleute unterwegs. Viele der Neuerungen sind für sie gemacht: der bessere Handy-Empfang in der 1. Klasse, die Steckdosen zwischen den Sitzen. „Jeder hat heute ein Smartphone und braucht eine Steckdose, weil er im Zug arbeiten möchte“, sagt Christian.

Kein Wlan

Ein weiterer Wunsch vieler Kunden bleibt allerdings unerfüllt: das Wlan-Netz. Das sei technisch nicht machbar, so Christian, der aber große Hoffnung in die neue LTE-Technik setzt.

Ins Rollen kommen die aufgehübschten Intercitys mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember. Zwischen Münster und Köln sind dann auf der Linie 30 (Hamburg - Stuttgart) im Zweistundentakt statt der ICs mit abgenutztem Interieur moderne Waggons unterwegs. Die Wagen der ebenfalls zweistündlichen IC-Linie 31 (Hamburg - Frankfurt) sollen bis dahin weitestgehend durch ICEs ersetzt sein.

Auf der IC-Strecke der Linie 35 von Norddeich, die über Rheine, Münster und Köln durch NRW führt, sollen ab Juni 2014 neue Doppelstockzüge im Einsatz sein. Bis Ende 2014 will die Bahn 250 Millionen Euro für die Erneuerung ihrer IC-Flotte ausgeben.

Zehn Jahre sollen die generalüberholten Züge dann noch halten. Ein Ärgernis werden Fahrgäste in den moderneren Wagen aber nicht los. Die störungsanfällige Reservierungsanzeige wird vorerst nicht erneuert.

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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    20. November 2012, 15:07 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 12:40 Uhr