Platz für Rollatoren: Erweiterte Stellflächen in Bussen nur in Münster

MÜNSTER Der demografische Wandel der Gesellschaft stellt die Bus- und Bahnbetriebe vor neue Herausforderungen. Die Zahl der älteren Fahrgäste mit Rollatoren ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Darauf haben die Stadtwerke Münster schon reagiert - im Münsterland ist es jedoch kein Thema.

  • Ein LInienbus auf dem Prinzipalmarkt in Münster.

    Ein LInienbus auf dem Prinzipalmarkt in Münster. MünsterView/Heiner Witte

Für Stadtwerke-Sprecherin Daniela van der Pütten kommt der Vorstoß einiger NRW-Verkehrsbetriebe, die Sondernutzungsfläche in Bussen zu vergrößern, nicht überraschend. Handlungsbedarf für die Busse in Münster sieht sie indes nicht. „Wir haben schon vor fünf Jahren angefangen, neue Busse mit gleich zwei Sondernutzungsflächen anzuschaffen“, so van der Pütten. Die eine sei an „klassischer Position“ gegenüber der zweiten Tür, eine zweite „wenn Sie einsteigen, rechts neben der hinteren Tür. Statt zwei können wir dadurch vier Kinderwagen oder eben entsprechend mehr Fahrgäste mit Rollatoren mitnehmen“.

120 Busse in Münster

120 Stadtwerke-Busse sind in Münster unterwegs, 40 davon sind schon entsprechend ausgerüstet. „Nach und nach ersetzen wir alte Busse durch solche mit mehr Sondernutzungsfläche.“ Wird die zweite Stellfläche nicht benötigt, können sich Fahrgäste dort auch auf Klappsitzen hinsetzen. „Das ist variabel“, erklärt van der Pütten.
Ein Kinderwagen, zwei Rollatoren – da wird es schon eng in Bussen mit einer „normalen“ Stellfläche. Nach den Stadtwerken Münster reagieren jetzt auch andere Verkehrsbetriebe.

Regelrechtes Gedränge

So setzen ab Anfang Dezember Bochumer Bogestra, Dortmunder DSW 21 und Vestische Straßenbahnen (Kreis Recklinghausen) Busse mit größerer Stellfläche ein. „Oft herrscht bislang auf der sogenannten Sondernutzungsfläche regelrechtes Gedränge“, erklärt Bogestra-Sprecherin Sandra Bruns „Seit einiger Zeit beobachten wir, dass wir immer mehr Fahrgäste mit Rollatoren haben“, sagt Norbert Konegen, Sprecher der Vestischen. Und die „mobilitätseingeschränkten Passagiere“ brauchen Platz auf der Sondernutzungsfläche. Da tummeln sich aber auch Mütter mit ihren Kinderwagen. „Das führt schon zu dem ein oder anderen Konflikt“, weiß Konegen.

Bei den neuen Bussen, die die drei Verkehrsbetriebe in einer Kooperation anschaffen, wächst jetzt die Sondernutzungsfläche den Angaben zufolge von 2,35 Meter auf 2,70 Meter. „Das ist die gute Nachricht“, so Konegen, „die schlechte: Das geht zu Lasten der Sitzplätze, denn insgesamt werden die Busse nicht größer.“ Zwei feste Sitzplätze fallen weg, werden durch zwei Klappsitze ersetzt. Auch die Verkehrsbetriebe Unna bieten mehr Stellfläche in Bussen – und das schon seit zwei Jahren. VKU-Sprecher Frank Severin: „Wir haben in Stadtbussen eine Sitzreihe entfernt, um mehr Platz für Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle und Fahrräder zu schaffen.“

Kein Thema im Münsterland

Für die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM), die in den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf für den Busverkehr zuständig ist, sind größere Stellflächen kein Thema. „Wir haben eine „normale“ Sondernutzungsfläche in unseren Bussen. Das reicht“, sagt RVM-Sprecher Andreas Leistikov. Wichtiger sei gerade in den Schnellbussen, die auch über die Autobahn oder mehrspurige Landstraßen fahren, eine hohe Sitzplatzkapazität.

Positive Resonanz

„Wir erleben auch nicht einen so großen Ansturm von Senioren mit Rollatoren wie andere Verkehrsbetriebe. Das liegt wohl an der ländlichen Struktur unserer Region“, so Leistikov. Ein Ausflug per Bus mit dem Rollator in eine andere Stadt sei wohl eher eine Ausnahme.
Während nun die Verkehrsbetriebe, die die größeren Sondernutzungsflächen jetzt einführen, gespannt auf Kundenreaktionen sind, berichtet Münster von positiver Resonanz. Stadtwerke-Sprecherin Daniela van der Pütten: „Die Kunden sind zufrieden.“
Autor
Susanne Linnenkamp
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    22. November 2012, 19:49 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 13:15 Uhr
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