Auch im Münsterland: Ministerium plant Ausbau von Radschnellwegen

Münster Radfahrer im Münsterland sollen künftig schneller zwischen den Städten pendeln können. Wie das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium gestern bestätigte, will das Land den Ausbau sogenannter Radschnellwege auch im Regierungsbezirk Münster verstärken.

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  • Im Münsterland sollen Fahrradfahrer künftig schneller zwischen Städten pendeln können.

    Im Münsterland sollen Fahrradfahrer künftig schneller zwischen Städten pendeln können. Foto: dpa

  • Im Münsterland sollen Fahrradfahrer künftig schneller zwischen Städten pendeln können.

    Im Münsterland sollen Fahrradfahrer künftig schneller zwischen Städten pendeln können. Foto: dpa

Ziel sei es, „dass vor allem Pendler für längere Distanzen auf das Rad umsteigen, um so den öffentlichen Nahverkehr beziehungsweise die Autostraßen zu entlasten“, sagte Ministeriumssprecherin Mirjam Grotjahn. Schon jetzt sei das Thema daher wichtiger Bestandteil des Aktionsplans Nahmobilität der rot-grünen Landesregierung.

Kommunen bilden Arbeitskreise
 
Im Regierungsbezirk Münster weiß man von den Düsseldorfer Plänen seit längerem. „Einige Städte kommunizieren untereinander bereits erste Ideen“, sagte Michael Storp, Verkehrsplaner der Bezirksregierung Münster. Demnach hätten „fahrradfreundliche Kommunen“ wie Münster, Bocholt, Velen, Rhede oder auch der Kreis Steinfurt schon jetzt Arbeitskreise gebildet und sich mit der Landesregierung ausgetauscht. Andere werden nach Angaben Storps sicherlich folgen. Wenn das Land Anfang 2013 den entsprechenden Planungswettbewerb für alle fünf Regierungsbezirke (Köln, Düsseldorf, Detmold, Arnsberg und Münster) offiziell ausschreibt, „werden unsere Kommunen bereits erste Konzepte vorbereitet haben“, so Storp. Die endgültige Abgabe muss den Plänen zufolge dann im Juli 2013 erfolgen.

Vorbild „Fietssnellwege“ in den Niederlanden
 
Vorbild bei den Planungen, so Verkehrsplaner Storp, seien vor allem die Niederlande, die seit 2005 konsequent sogenannte „Fietssnellwege“ bauen. Hier habe das Radverkehrsaufkommen seitdem um etwa 17 Prozent zugenommen. Die Idee im Nachbarland sei „ein großer Erfolg, wir wollen sie nach NRW übertragen“, sagte der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) jetzt der „Rheinischen Post“.

Strecken ab fünf Kilometer
 
Berufspendler legten dort teilweise Entfernungen von bis zu 15 Kilometern mit dem Fahrrad zurück, erklärte Storp. „Für das Münsterland denken wir zunächst aber an Strecken ab fünf Kilometer Länge.“ Die Menschen sollen dabei in erster Linie von außerhalb in Richtung Ballungszentren geführt werden – zum Beispiel von Sprakel nach Münster. „Unser Hauptaugenmerk liegt daher auch weniger auf der Tourismusförderung“, sagte Storp.
 
Vier Meter breit
 
Die Vorgaben für die Radschnellwege sind bereits in Grundzügen definiert: Mindestens vier Meter breit sollen die Wege sein, über getrennte Richtungsfahrbahnen und großzügige Kurvenradien verfügen sowie nur wenig Steigungsstrecken haben. Auch eine durchgängige Beleuchtung oder Servicestellen mit Unterstellmöglichkeiten sowie frei verfügbaren Luftpumpen und Schlauchautomaten seien möglich, erklärte Storp: „Pendler sollen längere Strecken auf ihren Fahrrädern auf jeden Fall schnell und bequem zurücklegen.“
 
Neben dem Ausbau von bereits bestehenden Radwegen oder Nutzung von Wirtschaftswegen sei auch der Neubau von Straßen erforderlich, heißt es seitens der Bezirksregierung. „Ohne neue Radwege ist ein solches Projekt kaum umzusetzen“, so Storp. Unklar ist derweil noch die Finanzierung. Zwar fördert die Bezirksregierung Münster Radwege schon jetzt mit bis zu 75 Prozent. „Ob der Rest nun von Land oder Bund kommt, muss man allerdings abwarten“, sagte Storp. Er ist sich jedoch sicher, dass Finanzierungsmodelle gefunden werden.
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Autor
Oliver Brand
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    13. Juli 2012, 18:19 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 13:16 Uhr