Platz für Rollatoren: Verkehrsbetriebe schaffen neue Busse mit größerer Stellfläche an

BOCHUM Der demografische Wandel der Gesellschaft stellt die Bus- und Bahnbetriebe vor neue Herausforderungen. Die Zahl der älteren Fahrgäste mit Rollatoren ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, die Stellfläche in den Bussen ist oft zu klein. Jetzt reagieren Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet.

  • Ab Anfang Dezember wird auch die Bogestra Busse auf die Straßen schicken, die Fahrgästen mehr Stellfläche bieten.

    Ab Anfang Dezember wird auch die Bogestra Busse auf die Straßen schicken, die Fahrgästen mehr Stellfläche bieten. Foto BOGESTRA

Ein Kinderwagen, zwei Rollatoren – da wird es schon eng im Bus. „Oft herrscht auf der sogenannten Sondernutzungsfläche regelrechtes Gedränge“, weiß Sandra Bruns von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen-AG (Bogestra). Einige Verkehrsbetriebe wollen jetzt Abhilfe schaffen: Ab Anfang Dezember setzen Bogestra, Dortmunder DSW 21 und Vestische Straßenbahnen (Kreis Recklinghausen) Busse mit größere Stellfläche ein. „Wir reagieren damit auf die demografische Entwicklung“, so DSW21-Sprecher Wolfgang Herbrand.

„Seit einiger Zeit beobachten wir, dass wir immer mehr Fahrgäste mit Rollatoren haben“, sagt Norbert Konegen, Sprecher der Vestischen. Und die „mobilitätseingeschränkten Passagiere“ brauchen Platz auf der Sondernutzungsfläche, die sich meist an der zweiten, hinteren Bustür befindet. Da tummeln sich aber auch Mütter mit ihren Kinderwagen. „Das führt schon zu dem ein oder anderen Konflikt“, weiß Konegen.

Ärger und Beschwerden

In Ausnahmefällen passiere es auch, dass ein Senior mit Rollator auf den nächsten Bus warten müsse, weil die Stellfläche einfach voll ist. „Wenn es zu eng und damit gefährlich wird, muss der Busfahrer diese Entscheidung treffen“, erklärt Sandra Bruns. Die natürlich bei den Betroffenen, die draußen bleiben müssen, für Ärger sorgt, und der sich dann in Beschwerden Bahn bricht. Die Verkehrsbetriebe stehen laut Konegen auch im ständigen Kontakt mit Senioren- und Behindertenbeiräten, in denen Rufe nach größeren Stellflächen immer lauter geworden seien.

Bei den neuen Bussen, die die drei Verkehrsbetriebe in einer Kooperation anschaffen, wächst jetzt die Sondernutzungsfläche den Angaben zufolge von 2,35 Meter auf 2,70 Meter. „Das ist die gute Nachricht“, so Konegen, „die schlechte: Das geht zu Lasten der Sitzplätze, denn insgesamt werden die Busse nicht größer.“ Zwei feste Sitzplätze werden durch zwei Klappsitze ersetzt.

Auch die Verkehrsbetriebe Unna (VKU) bieten mehr Stellfläche in Bussen – und das schon seit zwei Jahren. VKU-Sprecher Frank Severin: „Wir haben in Stadtbussen vor allem in Lünen und Kamen eine Sitzreihe entfernt, um mehr Platz für Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle und Fahrräder zu schaffen.“

In Münster bieten die Stadtwerke seit fünf Jahren gleich zwei Sondernutzungsflächen in den Bussen. „Statt zwei können wir damit vier Kinderwagen oder eben entsprechend mehr Fahrgäste mit Rollatoren mitnehmen“, so Stadtwerke-Sprecherin Daniela van der Pütten. „Die Kunden sind zufrieden.“ san 28 Busse mit mehr Sondernutzungsfläche schickt die Bogestra, die insgesamt 250 Busse hat, ab Anfang Dezember auf die Straßen, die Vestische (224 Busse) elf und die Dortmunder DSW 21 (168 Busse) sieben.
Autor
Susanne Linnenkamp
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    22. November 2012, 18:56 Uhr
    Aktualisiert:
    16. Dezember 2013, 13:15 Uhr
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