Chronologie: Mohammed-Schmähungen und Gewalt

Berlin (dpa) Ein Internet-Video und Karikaturen, die den Propheten Mohammed verunglimpfen, haben in der arabisch-islamischen Welt eine Welle der Gewalt ausgelöst. Ein Rückblick:

  • Protest gegen das umstrittene Islam-Video. Foto: Patrick Seeger

    Protest gegen das umstrittene Islam-Video. Foto: Patrick Seeger Foto: dpa

10./11. 9: Ein in den USA lebender koptischer Christ macht das Schmähvideo «Unschuld der Muslime» mit einer Veröffentlichung in seinem Blog einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Das 14-minütige Stück, das für einen zweistündigen Mohammed-Film wirbt, war bereits seit Juli auf Youtube zu sehen. Ägyptische Journalisten übersetzen die Dialoge ins Arabische. Hunderte demonstrieren in Kairo vor der US-Botschaft und reißen die Flagge herunter. Bei einem nächtlichen Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi werden Botschafter Chris Stevens und drei weitere Diplomaten getötet.

13.9.: Im Jemen sterben mindestens drei Menschen bei dem Versuch, die US-Botschaft in Sanaa zu stürmen. Bei Protesten in Kairo werden 200 Menschen verletzt. In Tunesien und im Iran gehen erboste Muslime auf die Straße. US-Außenministerin Hillary Clinton verurteilt den islamfeindlichen Film als «abscheulich und verwerflich». Die rechtspopulistische Organisation «Pro Deutschland» kündigt an, den Film in Berlin zeigen zu wollen.

14.9.: In Tunis wird die US-Botschaft gestürmt, drei Menschen sterben. Im Sudan attackieren wütende Demonstranten die deutsche Botschaft und zünden das Gebäude an. Auch die Botschaften Großbritanniens und der USA werden angegriffen. In Kairo werfen Demonstranten Steine auf Polizisten, die sie mit Tränengas daran hindern, bis zum US-Botschaftsgebäude vorzudringen.

15./16.9.: Die US-Bundespolizei FBI vernimmt den mutmaßlichen Drahtzieher des islamfeindlichen Schmähvideos. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will mit allen rechtlich zulässigen Mitteln gegen die von «Pro Deutschland» angekündigte öffentliche Vorführung des umstrittenen Mohammed-Video vorgehen.

17.9.: Im Libanon protestieren Hunderttausende Anhänger der radikal-islamischen Hisbollah gegen das Mohammed-Schmähvideo.

18.9.: In Kabul reißt eine Selbstmordattentäterin zwölf Menschen mit in den Tod, unter ihnen acht Südafrikaner. Die Angreiferin sprengt sich aus Protest gegen das Video neben einem Minibus in die Luft.

19.9.: Trotz der blutigen Proteste veröffentlicht das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» Karikaturen des Propheten Mohammed, die den Propheten nackt oder als Unruhestifter zeigen.

20.9. In der iranischen Hauptstadt Teheran greifen Hunderte die französische Botschaft an. Polizei hindert die aufgebrachte Menge daran, das Gelände zu stürmen.

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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    23. September 2012, 19:07 Uhr
    Aktualisiert:
    23. September 2012, 19:09 Uhr