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04.01.2013 15:29 Uhr
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Depardieu hat einen neuen Pass - «Ehre sei Russland»

Moskau/Paris (dpa) Obelix nun bei den Russen: Der französische Schauspieler Gérard Depardieu («Asterix und Obelix») hat nach eigenen Angaben aus Liebe zu Russland und Kremlchef Wladimir Putin die Nationalität gewechselt.

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Gérard Depardieu hat jetzt einen russischen Pass. Foto: Jörg Carstensen (Foto: dpa)

«Ja, ich habe diese Anfrage auf einen Pass gestellt und ich bin erfreut, dass meiner Bitte stattgegeben wurde», zitierte der Staatsfernsehsender Erster Kanal in der Nacht zum Freitag aus einem Brief von Depardieu. Putin hatte dem 64-Jährigen am Donnerstag per Erlass die russische Staatsbürgerschaft verliehen.

«Ich habe darüber sogar mit meinem Präsidenten François Hollande gesprochen. Ich habe ihm all dies gesagt. Er weiß, dass ich Ihren Präsidenten Wladimir Putin sehr schätze und dass dies gegenseitig ist», hieß es in Depardieus Text.

Russland sei kein Land, in dem der Regierungschef einen Bürger «erbärmlich» nenne. Der französische Premier Jean-Marc Ayrault hatte Depardieus Flucht vor der geplanten Reichensteuer von 75 Prozent als «ziemlich erbärmlich» kritisiert. In Russland beträgt der Steuersatz 13 Prozent.

Mit Frankreichs Präsident Hollande telefonierte der Schauspieler laut französischen Medien am Neujahrstag. Darin sagte Depardieu nach Angaben des befreundeten Filmproduzenten Arnaud Frilley, er sei «angewidert» vom Umgang mit ihm in Frankreich. Die Berichterstattung sei fürchterlich, er brauche etwas Abstand. «Im Herz der Franzosen bleibt er Franzose», sagte Frilley, «die Cineasten lieben ihn.» Der Élysée-Palast bestätigte das Telefonat, sagte aber nichts zum Inhalt.

Depardieu ist auch in Russland äußerst beliebt, wo er Filme dreht, Galas besucht und als Werbefigur gefragt ist. Putin bezeichnete ihn als «Freund». Dagegen kritisieren Menschenrechtler die Auftritte des Schauspielers etwa zu Ehren des umstrittenen Machthabers der Konfliktregion Tschetschenien im Nordkaukasus, Ramsan Kadyrow.

Moskau setzt jetzt auf internationale Signalwirkung. «Ich hoffe, dass nun noch mehr Prominente den Mut haben werden, künftig in Russland zu leben», sagt der einflussreiche Außenpolitiker Leonid Sluzki. Der kremlnahe Wissenschaftler Wladimir Mau meint: «Russland hat Europa als Insel der Stabilität abgelöst.»

«Für Wladimir Putin ist der "Fall Depardieu" ein Superprojekt wie die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi», urteilt der Politikwissenschaftler Pawel Swjatenkow. «Es geht um einen hochqualitativen PR-Effekt für Russland und für Putin persönlich.»

In seinem Schreiben verspricht Depardieu, nun Russisch zu lernen. «Mein Vater war Kommunist und hat Radio Moskau gehört. Das ist ein Teil meiner Kultur.» Der Brief «an die russischen Journalisten» endet mit dem auch bei Nationalisten beliebten Ruf «Ehre sei Russland».

Depardieu selbst wurde am Freitag in Paris gesehen. Auf einem Motorroller sei er von zu Hause losgefahren, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Sein Edel-Restaurant «La fontaine gallon» nahe der Opera Garnier war zeitweise von Fotografen belagert. Ukrainischen Medien hatten zuvor gemeldet, Depardieu halte sich in Kiew auf.

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