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Medienhaus Lensing
22.02.2012 22:57 Uhr
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Zugunglück in Buenos Aires: 49 Tote und 600 Verletzte

Buenos Aires (dpa) Bei einem schweren Zugunglück in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sind 49 Menschen ums Leben gekommen und 600 verletzt worden. Ein voll besetzter Nahverkehrszug kam im Bahnhof Onze nicht zum Halten. Erst ein Prellbock brachte den Zug zum Stehen.

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Chaos in einem Bahnhof in Buenos Aires. Ein Regionalzug fuhr offenbar mit defekten Bremsen aufs Gleis ein. Erst ein Prellbock brachte ihn zum Stehen. Hunderte Passagiere wurden verletzt. Foto: Martin Quintana (Foto: dpa)

Insassen berichten von furchtbaren Szenen. Menschen und Sitze seien umhergeflogen. Einige Passagiere wurden offenbar durch die Fenster aus dem Zug geschleudert. Die meisten Verletzten erlitten schwere Knochenbrüche und Quetschungen.

Der Nahverkehrszug mit acht Waggons fuhr gegen 08.30 Uhr (Ortszeit) mit etwa 20 Kilometern pro Stunde in den Kopfbahnhof ein und kollidierte am Ende von «Gleis 2» mit dem Prellbock, wie Verkehrsminister Juan Pablo Schiavi Stunden nach dem Unglück in einer Pressekonferenz mitteilte. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der zweite Wagen sieben Meter in den ersten hineingeschoben. «Ich hörte Fensterscheiben bersten, Menschen schreien, einige stürzten auf mich», beschrieb ein Passagier die chaotischen Szenen im Zug.

Der Zug bediente die Sarmiento-Linie, die die westlichen Vororte von Buenos Aires verbindet. Zum Zeitpunkt des Unglücks sei der Zug mit 1200 bis 1500 Passagieren besetzt gewesen, sagte der Minister. Er hatte zuvor einen Bremsendefekt als Unglücksursache vermutet. Allerdings sagte er auf der Pressekonferenz: «Wir wissen nicht, was auf den letzten 40 Metern passiert ist. Der Zug hat nicht gehalten.»

Vor allem die ersten beiden Waggons waren stark besetzt, weil dort viele Pendler zuerst einstiegen, um möglichst schnell im Bahnhof aus dem Zug zu kommen und dann in U-Bahnen und Busse umzusteigen. Viele der Passagiere waren eingeklemmt. Die Feuerwehr brauchte Stunden, um sie mit schwerem Schneidgerät aus den Wracks zu bergen. Auf dem Bahnsteig lagen Verletzte, viele von ihnen blutüberströmt. Ärzte und Sanitäter leisteten Erste Hilfe.

Eine Passagierin berichtete, der Zug habe nicht abbremsen können. Er sei entgleist, und es habe eine Kollision gegeben, sagte die Frau einem Radiosender. «Viele Menschen fielen auf mich. In meinem Waggon wurden viele verletzt», sagte ein anderer Passagier, der sich den Arm brach. Ein anderer Zeuge berichtete von umherfliegenden Sitzen, die sich aus der Verankerung gerissen hätten. Im Fernsehen war ein Bild von einem jungen Mann zu sehen, der mit dem Oberkörper aus einem der zerborstenen Zugfenster hing und dessen Beine im Waggon eingeklemmt waren.

Das Unglück ereignete sich mitten in der morgendlichen Rush-Hour. Die Verletzten wurden auf rund ein Dutzend Krankenhäuser der Umgebung verteilt, zahlreiche Krankenwagen waren im Einsatz. Der Bahnhof Once liegt im Balvanera, einem Stadtteil der Millionenstadt Buenos Aires, und wird täglich von hunderttausenden Passagieren genutzt. Im September vergangenen Jahres waren in Buenos Aires bei einem Unfall mit zwei Nahverkehrszügen und einem Bus elf Menschen tödlich verunglückt.



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