Bundesliga-Rechte: Deutsche Telekom und Sky einigen sich auf Zusammenarbeit

BONN/MÜNCHEN Die Deutsche Telekom wollte Sky Deutschland die TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga eigentlich abnehmen. Am Ende setzte sich der Bezahlsender durch - und luchste den Bonnern auch noch die Rechte fürs Internet ab. Nun einigten sich beide auf eine Zusammenarbeit.

  • Der Bezahlsender Sky wird ab September teurer. Die Werner Wirte sind nicht begeistert.

    Der Bezahlsender Sky wird ab September teurer. Die Werner Wirte sind nicht begeistert. Foto: dpa

Die Deutsche Telekom hat sich nach dem Verlust der Bundesligarechte mit dem Bezahlsender Sky Deutschland auf eine umfassende Zusammenarbeit geeinigt. Nach langen Verhandlungen schlossen die Unternehmen einen bis 2017 laufenden Vertrag ab, der es unter anderem den etwa 170 000 Kunden des bisherigen Telekom-Angebots Liga Total auch in der kommenden Saison erlaubt, ohne Neuvertrag Fußball zu schauen.

Erst ab der Saison 2014/15 muss dann ein Sky-Vertrag abgeschlossen werden, wie die Unternehmen am Freitag mitteilten.

Neue Vertriebswege für Sky

„Die Vereinbarung stellt sicher dass alle, die bereits die Bundesliga über die Telekom Entertain-Plattform sehen, dies auch in Zukunft ohne Unterbrechung tun können“, sagte Sky-Chef Brian Sullivan. Darüber hinaus können die TV-Kunden des Telekom-Internetangebots Entertain können von Mitte des Jahres an das gesamte Angebot von Sky Deutschland dazu buchen.

Die Münchner erschließen sich damit einen weiteren Vertriebsweg für ihre Produkte. Entertain hat derzeit nach Angaben von Telekom Deutschland Marketingchef Michael Hagspihl rund 1,9 Millionen Kunden. Wie die Preise und die Angebote für diese Kundschaft aussehen werden, wollen die Firmen aber erst zu Branchenmesse AngnaCom im Juni bekanntgeben. Mit der Kooperation von Sky und Telekom endet auch die Zusammenarbeit der Telekom mit dem Münchner Unternehmen Constantin Medien, das bisher die Fußballangebote für den Konzern produzierte.

Hängepartie auch um Internetrechte

Dem Abschluss waren längere Verhandlungen vorausgegangen. Im vergangenen Jahr hatte Sky Deutschland bei der Neuvergabe der Übertragungsrechte für die Bundesliga nicht nur erneut den Zuschlag bekommen, sondern der Telekom überraschend auch noch die Rechte für die Übertragung im Netz abgenommen. Für die Bonner war es eine herbe Schlappe, wollte die Telekom doch eigentlich alle Rechte bekommen. Sullivan signalisierte bereits frühzeitig Gesprächsbereitschaft.

Ohne die Einigung hätten die Kunden von Liga Total von der kommenden Spielzeit an in die Röhre geguckt, ebenso wie die Nutzer, die das Fußballangebot auf dem Handy nutzten. Trotz der Hängepartie habe es aber kaum Kündigungen gegeben, sagte Hagspihl. Es seien im vergangenen Quartal sogar noch weitere Kunden hinzugekommen. Der Manager wies zurück, dass sich die Telekom mit der Einspeisung des kompletten Sky-Angebots aus dem eigenen Pay-Geschäft zurückziehe.

Unternehmen schweigen zu Kosten für den Deal

Wer nun wem wie viel für den Deal bezahlt, wollten die beiden Unternehmen allerdings nicht verraten. Der seit Jahren defizitäre Bezahlsender musste für die Fußball-Rechte tief in die Tasche greifen und bezahlt insgesamt fast zwei Milliarden Euro. Großaktionär Rupert Murdoch hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Hunderte Millionen in den Konzern gepumpt. Zwar hat sich Sky kräftig erholt und schrieb zuletzt operativ sogar schwarze Zahlen, braucht aber mehr Einnahmen und Kunden.
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Autor
dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    4. Januar 2013, 12:40 Uhr
    Aktualisiert:
    4. Januar 2013, 14:07 Uhr