Zukunft der SMS: Drei Fragen an Dr. Arnd Weber vom Karlsruher Institut für Technologie

Dr. Arnd Weber vom Karlsruher Institut für Technologie über die Zukunft der SMS, die Innovationsfreude von deutschen Mobilfunkanbietern und die Entwicklung des Marktes.

  • Dr. Arnd Weber, Karlsruher Institut für Technologie.

    Dr. Arnd Weber, Karlsruher Institut für Technologie. Foto: KIT

Sind die deutschen Mobilfunkkonzerne innovationsfeindlicher als andere? 
Weber: Sie sind nicht innovationsfeindlich, aber sie gehen nicht solche Risiken ein wie zum Beispiel die japanischen, und deswegen haben sie weniger Innovationen entwickelt. Die meisten Innovationen des iPhones waren vorher in Japan schon erfunden worden: Internet auf dem Handy, an kleine Bildschirme angepasste Anwendungen zum Download, Musik, integrierte Kameras …

In welche Richtung wird sich der Markt entwickeln?
Weber: In Europa denkt man oft, man könne das voraussehen. Aus Japan und Kalifornien kamen dann immer die Überraschungen, wie Flatrates oder die Nutzerschnittstelle des iPhones. Deshalb bin ich mit Prognosen vorsichtig. Trotzdem denke ich, dass die Übermittlung von Videos zunehmen wird. Filme bringen Emotionen rüber, egal ob private oder professionell hergestellte, und brauchen viel Bandbreite. Die Mobilfunkunternehmen sehen sich einem langfristigen Trend von sinkenden Einnahmen pro Nutzer gegenüber. Natürlich versuchen sie, ihm durch Verkauf von mehr Diensten, wie Internet samt Video, entgegenzuwirken. Ich denke, die Märkte für Fernsehen, Mobilfunk und elektronische Geräten werden sich weiter wandeln. Länder mit der meisten Offenheit für neue Lösungen werden gleichzeitig sinkende Kosten pro Bit haben und trotzdem gute Verdienste der Innovatoren.

Stirbt die SMS aus?
Weber: Das denke ich seit langem, aber ihr Erfolg – mit einfachen Handys – ist ungebrochen. Ich sehe aber keine Alternative zum Internet, was die Verknüpfung von Suchen, Surfen, Download und E-Mails mit Links betrifft. Das ist einfach gut „verlinkt“, während die SMS die Nutzer weder zum Surfen noch zu Anwendungen führt. Deshalb denke ich, irgendwann wird die Nutzung der SMS in den wohlhabenderen Ländern, in denen man das mobile Internet nutzt, zurückgehen.

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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    3. Juni 2011, 17:34 Uhr
    Aktualisiert:
    3. Dezember 2012, 10:44 Uhr