Hintergründe und Rückblick
Opels langer Weg
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Nürnberg (dpa) Für die Spielwarenhändler beginnt jetzt die heiße Phase. In den Wochen vor Weihnachten fahren sie einen guten Teil ihres Jahresumsatzes ein. Was Eltern freuen dürfte: Die Preise bleiben stabil - noch.
Immer beliebter sind sogenannte iToys - eine Kombination aus Tablets und Smartphones mit klassischen Spielzeugen. Foto: Daniel Karmann (Foto: dpa)
Wenn die ersten Plätzchen gebacken werden und die Kinder ihre Wunschzettel schreiben, beginnt für die Spielwarenbranche die schönste Zeit des Jahres. Denn in den Wochen vor Weihnachten sowie - dank Geldgeschenken - kurz nach dem Fest machen die Händler ungefähr 40 Prozent ihres Jahresumsatzes. Entsprechend fiebert die Branche dem Advent entgegen und hofft, dass sich Eltern und Großeltern auch in diesem Jahr großzügig zeigen. Doch da die Deutschen selbst in der zurückliegenden Krise zuallerletzt an den Geschenken für den Nachwuchs gespart haben, gibt es daran wenig Zweifel.
Der Handelsverband Deutschland erwartet mehr als 80 Milliarden Euro Umsatz im Weihnachtsgeschäft des gesamten Einzelhandels - ein neuer Rekordwert. 285 Euro wird jeder Haushalt nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche im Schnitt für Geschenke ausgeben, das wären knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Einen Großteil davon bekommen die Kinder: Sie erhalten von ihren Eltern Spielsachen, Bücher oder Kleidung für durchschnittlich 120 bis 150 Euro, wie das Marktforschungsunternehmen npd Group ermittelten. Von den Großeltern und anderen Verwandten kämen weitere Präsente im Wert von 100 bis 130 Euro hinzu.
Die deutsche Spielwarenbranche rechnet deshalb für 2012 mit einem neuen Umsatzrekord. Zwar werde das Plus mit bis zu drei Prozent etwas niedriger ausfallen als in den vergangenen «Boomjahren», doch dürfte erstmals die Marke von 2,7 Milliarden Euro geknackt werden, verkündeten der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) und der Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) vor kurzem einmütig in Nürnberg.
Wer in Deutschland Spielzeug kauft, hat im Schnitt einen Betrag von zehn Euro auf dem Kassenbon stehen. Dieser Wert verdecke aber einen deutlichen Trend, erläutert BVS-Chef Willy Fischel. «Wir haben einen Wechsel vom Mengenwachstum zum Qualitätswachstum. Es werden immer mehr hochwertige - und damit teurere - Kombinationspackungen gekauft.» Die 2011 wieder gefallene Geburtenrate beunruhigt die Branche daher nicht besonders.
Zumal sie es gewohnt ist, mit Veränderungen zu leben: Rund 70 000 Neuheiten kommen jedes Jahr auf den Markt, darunter allerdings im Prinzip gleiche Produkte mit geringen Abweichungen oder anderen Farben. Auch das Produktspektrum hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Digitale Neuerungen, Bücher, Textilien und Schreibwaren hätten inzwischen ebenfalls ihren festen Platz, erläutert Fischel.
Der Handel macht mit 38 Prozent immer noch einen Großteil seines Umsatzes in ganz normalen Spielzeug-Läden. Allerdings holt das Internet kräftig auf, der Umsatzanteil liegt bei 25 Prozent.
Bei den Spielsachen selbst ist der Einfluss der digitalen Welt ebenfalls unübersehbar. «Das Thema iToys ist in aller Munde. Das ist die Kombination von Tablet-PC und Smartphone mit klassischen Spielzeugen», schildert der stellvertretende BVS-Geschäftsführer Steffen Kahnt. So gibt es Apps, mit denen Kinder Spielzeugautos über einen Parcours auf dem Touchmonitor steuern können. Selbst klassische Spielsachen werden zunehmend mit Elektronik ausgerüstet - etwa Plüschponys, die auf Streicheleinheiten mit Wiehern antworten.
Werden die Kleinen damit nicht schon im zarten Alter zu Technikjüngern geformt? BVS-Chef Fischel beruhigt: «Das sind die traditionellen Spielmuster im neuen Gewand.» Und fügt hinzu: «Mit Nostalgie können Sie Kinder nicht begeistern.»
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