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Lillehammer (dpa) Als sich der viermalige Olympiasieger Simon Ammann erstmals zum «Weltcup-König» krönte, standen die deutschen Skispringer nach ihrem neuerlichen Debakel frustriert im Auslauf.
Simon Ammann jubelt über den doppelten Erfolg in Lillehammer.
Während der kleine Schweizer in Lillehammer mit seinem 16. Weltcup-Sieg den Gewinn der Großen Kristallkugel perfekt machte, stürzten die DSV-Adler erneut ab. Martin Schmitt belegte als bester Deutscher den 13. Rang, Michael Uhrmann landete lediglich auf Platz 18. «Nach Vancouver habe ich gedacht, es wird ein versöhnlicher Saisonausklang. Aber die Ergebnisse sind derzeit frustrierend. Das ist nicht sehr angenehm», sagte Bundestrainer Werner Schuster.
Noch ärger erwischte es die anderen vier deutschen Starter, die alle das Finale verpassten. Michael Neumayer wurde 31., Severin Freund 36., Andreas Wank 43. und Julian Musiol 44. Pascal Bodmer war bereits in der Qualifikation gescheitert und dürfte keine Alternative für die Skiflug-WM am nächsten Wochenende in Planica sein. Dort streben die DSV-Springer nach Olympia-Silber eine Team-Medaille an, die in der derzeitigen Verfassung jedoch in weiter Ferne scheint. «Im Moment sind wir in der Spitze unterrepräsentiert», stellte Schuster fest.
Vor Triumphator Ammann zog der Bundestrainer seinen Hut. «Er ist ein verdienter Sieger», sagte Schuster. Mit dem vorzeitigen Gewinn krönte Ammann eine überragende Saison. In Lillehammer verbuchte er mit Weiten von 135 und 133,5 Metern seinen achten Saisonerfolg vor dem Österreicher Gregor Schlierenzauer und Adam Malysz aus Polen. Danach ging er auf die Knie und genoss den Moment. «Das ist Wahnsinn und ein Gefühl, als wäre man frisch verliebt. Es ist unbezahlbar, diese Emotionen zu erleben», sagte der Doppel-Olympiasieger von Salt Lake City 2002 und Vancouver 2010.
Aus deutscher Sicht sorgte lediglich Schmitt für einen kleinen Hoffnungsschimmer. «Wir haben eine Kleinigkeit verändert, damit er seine Flugstärke wieder ausspielen kann. Das war sein bester Wettkampf seit langer Zeit», meinte Schuster. Nach 121,5 Metern steigerte sich Schmitt im Finale auf 129 Meter, verlor aber dennoch weiter an Boden. «Ich hatte zu viel Druck unter dem Ski, damit konnte ich nicht umgehen. Das war ein bisschen ärgerlich. Insgesamt war es aber ganz okay. Ich bin zufrieden mit dem Wettkampf», bilanzierte der viermalige Weltmeister.
Auch Uhrmann spielte im Kampf um vordere Platzierungen keine Rolle. «Ich mache zu viele Fehler», räumte der 31-Jährige selbstkritisch ein. Im ersten Durchgang kam der Bayer nur auf 119,5 Meter («Da wollte ich zu viel mit Gewalt machen.»), im zweiten Versuch langte es zumindest für 125 Meter. Beim Weltcup-Finale am Sonntag in Oslo will er wieder «das nötige Gefühl aufbauen», um bei der Skiflug-WM noch einmal angreifen zu können.
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