DORTMUND Per Charter-Maschine landete der BVB am Montagabend auf dem kleinen Flugplatz in Kiel. Vor dem Pokalspiel beim Viertligisten Holstein (Dienstag 20.30 Uhr/live auf Sky und in der ARD) habe der Deutsche Meister damit die größte Herausforderung bereits bewältigt, unkte ein Kieler Sportreporter. Doch von Klassenunterschieden will Jürgen Klopp am liebsten nichts hören.Von Matthias Dersch
„Die Klassenzugehörigkeit ist unwichtig“, mahnte der BVB-Trainer auf der Pressekonferenz und legte dabei einen Blick auf, der unmissverständlich war. Auf dem Papier ist das Duell zwischen dem Regionalliga-Zweiten und dem Bundesliga-Ersten zwar eine klare Sache. Doch der Pokal hat eigene Gesetze – und Klopp kann ein Lied davon singen.
Nur ein Ziel
Mit dem BVB kam er bislang nie über das Achtelfinale im DFB-Pokal hinaus. Das Viertelfinal-Match im mit 11 700 Zuschauern ausverkauften Holstein-Stadion ist deshalb nicht nur für die Kieler, sondern auch für den Dortmunder Meister-Trainer eine echte Premiere. Und die soll erfolgreich enden: „Es gibt nur ein Ziel“, so Klopp, „und das ist das Halbfinale.“
Personell wird er deshalb nicht in die Trickkiste greifen. Eine Schonung für seine Kicker gibt es nicht, nur eine Änderung ist zu erwarten: Für den verletzten Sven Bender wird Moritz Leitner an die Seite von Sebastian Kehl rücken. Der BVB-Kapitän plagt sich zwar mit einer Bänderdehnung herum, gegen die „Störche“ wird der 31-Jährige aber auf dem Rasen stehen.
Beheizter Rasen
Überhaupt: der Rasen. Kiel hat keine Kosten gescheut, um einen spielbaren Untergrund zu gewährleisten. Doch ob der via Klima-Zelt beheizte Platz den Temperaturen lange standhält, ist nicht absehbar. „Der Rasen wird ein Thema sein“, meinte Klopp am Montag. Vorsichtshalber werden die BVB-Zeugwarte ein umfangreiches Schuh-Sortiment bereit halten.
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Spielerisch müssen sich die Dortmunder auf einen taktisch gut geschulten Gegner einstellen. „Wir treffen auf keinen normalen Viertligisten“, meint Klopp. Die Arbeit von Kiels Trainer Thorsten Gutzeit sei „außergewöhnlich“, der eingeschlagene Weg ähnlich dem der Borussia.
Andere Hausnummer
Im laufenden Wettbewerb ist der Zweite der Regionalliga Nord noch ohne Gegentor, die Siege gegen die Zweitligisten Cottbus (3:0) und Duisburg (2:0) sowie über den Bundesligisten Mainz (2:0) waren nicht allein dem Glück geschuldet, sondern verdient herausgespielt. Der BVB ist besonders in der aktuellen Verfassung allerdings eine andere Hausnummer.
„Es wird diesmal ganz, ganz schwer“, vermutet auch Gutzeit. „Doch meine Spieler sind alle geil auf den Erfolg.“ Ob das für eine Sensation reicht? Ab 20.30 Uhr wird man es nachprüfen können.