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München (dpa) EM-Schiedsrichter Herbert Fandel hat Kritik an der Hinausstellung von Bundestrainer Joachim Löw im Gruppenspiel gegen Österreich geäußert, ansonsten aber ein durchweg positives Turnierfazit gezogen.
Herbert Fandel hat der EM ein positives Zeugnis ausgestellt.
«Es hätte dem Spiel gut getan, wenn da ein 'Alter Sack' gestanden wäre, der sicher mit der nötigen Ruhe mit diesen Konfrontationen mit beiden Trainern umgegangen wäre», sagte Fandel in der DSF-Sendung «Doppelpass». «Das hätte so nicht passieren müssen», sagte Fandel zu den «Roten Karten» gegen Löw und dessen Österreich-Kollegen Josef Hickersberger. Der Vierte Offizielle Damir Skomina sei für die Partie «zu unerfahren» gewesen.
Die Trainer waren nach einem verbalen Disput mit dem Vierten Offiziellen von Schiedsrichter Manuel Enrique Mejuto Gonzales auf die Tribüne geschickt worden. Löw musste zudem das Viertelfinalspiel gegen Portugal von der Tribüne aus verfolgen.
Insgesamt zeigte sich Fandel, der bei drei Spielen zum Einsatz kam, mit der EM zufrieden. «Im Mittelpunkt stand ganz klar das Motto Respekt. Der Respekt der Spieler untereinander, aber auch gegenüber den Schiedsrichtern. Das führte zu sauberem und attraktivem Fußball. Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des Turniers», sagte der Kyllburger.
Seinen einzigen Fehler im Viertelfinale zwischen Spanien und Italien relativierte Fandel. «Ich bin auch im Nachhinein mit dieser Entscheidung zufrieden. In der normalen Geschwindigkeit des Spiels, haben nicht mal die Spieler einen Elfmeter gefordert. Nur sind wir leider mittlerweile soweit, dass sich die Medien beim ersten Betrachten der Szene nicht festlegen, und erst nach der dritten oder vierten Zeitlupe bereit sind, sich langsam aus dem Nest zu wagen. Ich kann aber auf Grund dieser Art der Berichterstattung nachvollziehen, dass einige sagen, dass das ein Elfmeter war», sagte Fandel.
Der Konzertpianist hatte für die Leitung der Partien Portugal - Türkei (2:0), Niederlande - Frankreich (4:1) und Spanien - Italien (4:2 i.E.) gute Kritiken erhalten. Eine mögliche Nominierung für weitere Partien wurde durch den Einzug der deutschen Mannschaft ins Halbfinale unmöglich.
Obwohl er künftig nicht mehr bei Großereignissen zum Einsatz kommen kann, verteidigte Fandel die Altersgrenze von 45 Jahren für Referees bei internationalen Spielen. «Ich finde diese Altersgrenze klasse, weil ich selbst als junger Schiedsrichter davon profitiert habe. Wenn diese Altergrenze damals noch nicht existent gewesen wäre, hätte ich wohl nie die Möglichkeit bekommen, mal bei einer Europameisterschaft zu pfeifen», sagte der 44-Jährige.
Um den deutschen Schiedsrichter-Nachwuchs macht er sich keine Sorgen. «Wir haben auch heute in der Bundesliga viele junge talentierte Schiedsrichter, die auch von einer festgelegten Altersgrenze profitieren sollen. In ein paar Jahren wird niemand einen Markus Merk oder Herbert Fandel vermissen», sagte er.

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