Vorläufiger Kader WM 2014: Gomez nach Nicht-Nominierung "enttäuscht"

FRANKFURT Das ist bitter für Mario Gomez: Der Torjäger vom AC Florenz gehört nicht zum vorläufigen WM-Kader, den Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag bekanntgab. Auch HSV-Torhüter René Adler ist für Brasilien aus dem Rennen. Sami Khedira ist dagegen dabei.

  • Mario Gomez hat seinen Platz im WM-Kader verloren. Foto: Jens Wolf

    Mario Gomez hat seinen Platz im WM-Kader verloren. Foto: Jens Wolf

Bundestrainer Joachim Löw hat Stürmer Mario Gomez und Torwart René Adler nicht für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien nominiert. Dagegen gehören Mittelfeldspieler Sami Khedira nach seinem Kreuzbandriss und der in der WM-Saison häufig verletzte Torjäger Miroslav Klose zum vorläufigen Aufgebot, das Löw am Donnerstag in Frankfurt am Main bekanntgab. Unter den 30 Spielern befinden sich überraschend gleich sechs Länderspiel-Neulinge. 

Rückschlag

Den Verzicht auf Gomez begründete Löw mit dessen vielen Verletzungen in dieser Saison. „Er hat seit September nur 280 Minuten gespielt. Von daher war ich der Meinung, dass er nicht der Lage ist, unter diesen Bedingungen körperlich zu bestehen“, sagte Löw. Die Karriere von Gomez in der Nationalmannschaft sei aber keinesfalls beendet. Gomez reagierte enttäuscht auf seine Nicht-Nominierung für den vorläufigen deutschen WM-Kader. „Die hässlichste Saison meiner Karriere endet mit einem weiteren Rückschlag“, schrieb der 28-Jährige nach der Bekanntgabe der Entscheidung am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite. „Das ärgert mich unendlich!“ Der Profi vom AC Florenz hatte nach Knieverletzungen in der WM-Saison fast sieben Monate verletzt gefehlt und war erst am Mittwoch nach seiner Bänderzerrung ins Teamtraining zurückgekehrt. 
    

„Bis zuletzt habe ich daran geglaubt, rechtzeitig fit zu werden“, erklärte Gomez. „Aber leider haben mich die Verletzungen in diesem Fußballjahr immer wieder zu sehr zurückgeworfen und am Ende hat es nicht gereicht.“ Gleichzeitig kündigte der Angreifer an: „Ich werde wiederkommen, wie so oft in meiner Karriere.“ Sein Ziel sei es nun, fit zu werden, „um dann nächste Saison wieder voll anzugreifen.“ 
Dem deutschen Team wünschte der Stürmer viel Erfolg. „Ich drücke alle Daumen und wünsche Euch von ganzem Herzen den Sieg!!“, schrieb er. Stürmer Miroslav Klose wünsche er nun die WM-Trefferbestmarke. „Damit steht aber auch fest, dass ich den Torrekord von Ronaldo und Miro bei Weltmeisterschaften nicht mehr brechen werde“, erklärte Gomez. „Ich wünsche es ihm sehr, dass er sich die Bestmarke holt!! Do it Miro!!“ 

Ausnahme für Khedira

„Form und Fitness sind sehr zentrale Kriterien. Aber es gibt keine Regel ohne Ausnahme, diese Ausnahme haben wir gemacht bei Sami Khedira“, sagte Löw. Der defensive Mittelfeldspieler von Real Madrid sei wegen seiner Persönlichkeit und Erfahrung unverzichtbar. 
Zu den gestrichenen Akteuren zählen auch der Gladbacher Max Kruse, der Leverkusener Sidney Sam, Dortmunds Sven Bender und der Hamburger Heiko Westermann. Erst nach dem Trainingslager in Südtirol und dem vorletzten WM-Testspiel gegen Kamerun muss Löw am 2. Juni dem Weltverband FIFA seinen endgültigen 23-Mann-Kader melden. Ins Trainingslager wird Löw jedoch nur mit 25 oder 26 Spielern seines vorläufigen WM-Kaders reisen, die übrigen stehen auf Abruf bereit. 
Die meisten Spieler stellen die beiden Pokalfinalisten Bayern München mit sieben und Borussia Dortmund mit sechs Akteuren. Im Tor setzt Löw neben der Nummer 1 Manuel Neuer auf BVB-Routinier Roman Weidenfeller und Ron-Robert Zieler von Hannover 96, das Nachsehen hatte neben Adler der bei Borussia Mönchengladbach scheidende Marc-André ter Stegen. „Wir haben eine klare Nummer eins mit Manuel Neuer. Wir haben Roman Weidenfeller, der seit Jahren in der Champions League auf international hohem Niveau gespielt hat. Und in Ron-Robert Zieler einen Torhüter mit Perspektive“, erklärte Löw.
 
Erstmals überhaupt nominiert für das A-Team wurden der Dortmunder Außenverteidiger Erik Durm, die Schalker Mittelfeldspieler Max Meyer und Leon Goretzka sowie der Hoffenheimer Angreifer Kevin Volland. Ohne Länderspielerfahrung sind zudem der Augsburger Offensivspieler André Hahn und Verteidiger Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua. 

Das Länderspiel gegen Polen am 13. Mai in Hamburg, nach dem Löw seinen vorläufigen 30-Mann-Kader an den Fußball-Weltverband FIFA melden muss, sieht der Bundestrainer als „Spiel mit Aussicht“ für junge Spieler, die noch die Chance ergreifen wollen, auf den WM-Zug zu springen oder zeigen wollen, dass sie Perspektive für die EM 2016 und die WM 2018 haben. Auch Spieler, die schon dabei waren, könnten sich zeigen.
Insgesamt nominierte Löw acht Neulinge für die Partie, in der das Ergebnis aus seiner Sicht nicht die entscheidende Rolle spielt. Erstmals im Kader sind neben Meyer und Goretzka noch Oliver Sorg und Christian Günter vom SC Freiburg, Antonio Rüdiger vom VfB Stuttgart, Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach, Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg und Volland von 1899 Hoffenheim. Mustafi und Hahn gehörten wie Sebastian Jung (Eintracht Frankfurt) und Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim) schon zum Kader, spielten aber noch nicht. 

Der vorläufige deutsche WM-Kader: 
Tor (3): Manuel Neuer (FC Bayern München), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund), Ron-Robert Zieler (Hannover 96) 

Abwehr (11): Jérôme Boateng, Philipp Lahm (beide FC Bayern München), Erik Durm, Kevin Großkreutz, Mats Hummels, Marcel Schmelzer (alle Borussia Dortmund), Matthias Ginter (SC Freiburg), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Marcell Jansen (Hamburger SV), Per Mertesacker (FC Arsenal), Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua) 

Mittelfeld (14): Lars Bender (Bayer Leverkusen), Julian Draxler, Leon Goretzka, Max Meyer (alle Schalke 04), Mario Götze, Toni Kroos, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger (alle FC Bayern München), André Hahn (FC Augsburg), Sami Khedira (Real Madrid), Mesut Özil, Lukas Podolski (beide FC Arsenal), Marco Reus (Borussia Dortmund), André Schürrle (FC Chelsea) 

Angriff (2): Miroslav Klose (Lazio Rom), Kevin Volland (1899 Hoffenheim)


von dpa
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ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    8. Mai 2014, 14:21 Uhr
    Aktualisiert:
    8. Mai 2014, 14:30 Uhr