Bundesliga West: Nils Drube kehrt zurück nach Münster

MÜNSTER Die These lautet: Das muss doch ein ganz besonderes Spiel für ihn sein am Sonntag (13 Uhr) im Preußenstadion, wenn er mit der U 19 von Bayer Leverkusen auf den Verein trifft, für den er bis zum Sommer sechs Jahre als Coach den Nachwuchsbereich vorantrieb.

„Stimmt“, sagt Nils Drube. „Wir müssen nämlich mal wieder gewinnen.“ Dreimal am Stück blieb seine Werkself zuletzt sieglos. Ansonsten geht er die Rückkehr zur Hammer Straße sehr gelassen und fast emotionslos an. Im schnelllebigen Fußballgeschäft sind die Drähte hierher schnell verglüht.

Kontakt zu Indlekofer

Dass sein Ex-Team einen schweren Start in die Bundesliga West hatte, hat der 34-Jährige registriert. Mehr nicht. „Klar freue ich mich auf ein paar bekannte Gesichter. Aber ich beobachte Preußen nicht mehr als jeden anderen Gegner“, sagt er. Zu seinem früheren Assistenten Tommy Indlekofer, auch unter Nachfolger Frank Bajorath im Amt, pflegt er den Kontakt und zu früheren Schützlingen wie Julian Büscher, Simon Scherder oder Danny Radke.

Bayer bestimmt den Alltag

Ansonsten bestimmt Bayer seinen Alltag. Zweimal pro Woche ist Drube in Münster. Na klar, hier lebt seine Frau, die als Lehrerin arbeitet. In Opladen hat er ein Appartment bezogen. Von da aus tüftelt er an Taktik und Trainingsprogrammen. Den Unterschied zum SCP skizziert er so: „Hier ist alles ganz anders dokumentiert. Alle Daten zu jedem Spieler werden etwa in ein Onlinesystem eingegeben. Das ist Pflicht. Wir müssen immer der neuesten Entwicklung Folge tragen oder ihr zuvor kommen.“

Vor allem aber in der Organisation laufe es noch professioneller ab am Rhein. Das Team ist größer, Athletiktrainer und Psychologen erweitern den Stab. „All das, was ich in Münster für mich allein gemacht habe, passiert bei Bayer in großer Runde.“ Besprechen, Delegieren, Diskutieren, der stete Austausch gehören zum Standard.“ Sein direkter Vorgesetzter ist als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Jürgen Gelsdorf, aber auch sein Vorgänger, der jetzige Profi-Trainer Sascha Lewandowski, Manager Michael Reschke oder Sportdirektor Rudi Völler agieren ständig als Beobachter und Gesprächspartner. Als Lernstufe betrachtet Drube diese Treffen nicht. „Man lernt aber andere Dimensionen kennen, das dient der eigenen Entwicklung.“

Bescheidene Ziele

Überzogene Erwartungen haben die Bayer-Verantwortlichen in dieser Spielzeit nicht. Der Ex-Preußen kam erst eine Woche vor Vorbereitungsbeginn nach Leverkusen, da war die Kaderplanung längst abgeschlossen. Dazu sieht ein neues Konzept vor, dass vier Altjahrgänge schon jetzt fest zur U 21 im Seniorenbereich zählen, was Drubes Elf natürlich schwächt. „Wir betrachten das jetzige als Übergangsjahr und wären mit einem Platz zwischen vier und sechs zufrieden“, sagt der Coach, dessen Arbeitstag meist zwölf bis 13 Stunden umfasst, wozu noch Sichtungsaufgaben in der Freizeit kommen. Zurzeit ist Bayer Fünfter. „Aber wir planen jetzt schon die nächste Saison, dann wollen wir ganz oben angreifen.“ Zunächst jedoch geht’s Sonntag in die alte Heimat.
Autor
Thomas Rellmann
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    26. September 2012, 17:47 Uhr
    Aktualisiert:
    26. September 2012, 17:51 Uhr
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