SC Preußen II: Traum vom Coup platzt in der Nachspielzeit

MÜNSTER Der Coup beim ungeschlagenen Spitzenreiter SV Rödinghausen war zum Greifen nah. Bis zur 86. Minute führte der SC Preußen Münster II im Top-Spiel der Westfalenliga nach einem Treffer von Cihan Bolat mit 1:0. Doch zwei Last-Minute-Treffer schickten den Gast ohne auch nur einen Zähler nach Hause. Ein unglückliches Ende einer hochklassigen und zugleich turbulenten Partie.

  • Die U 23 des SC Preußen muss ohne den verletzten Marco Gatzke (l.) in Vreden auflaufen.

    Die U 23 des SC Preußen muss ohne den verletzten Marco Gatzke (l.) in Vreden auflaufen. Foto: Tronquet

Die Begegnung zwischen dem absoluten Meisterschaftsfavoriten und dem Tabellendritten hatte das Prädikat Spitzenspiel verdient. In dem schmucken Häcker-Wiehenstadion entwickelte sich am Freitagabend vor 1200 Zuschauern unter Flutlicht ein packendes Duell, in dem die Preußen selbstbewusst und taktisch diszipliniert sofort die Initiative ergriffen. Erst sieben Zeigerumdrehungen war die Partie alt, da tauchte Marko Karamarko nach einem Pass von Marco Gatzke frei vor dem SVR-Kasten auf. Nach einem kleinen Stolperer bugsierte der Mittelfeldmann den Ball zwar noch in Richtung Tor, sein Versuch aber war zu schwach für die Führung.

Gutes Umschaltverhalten

Mit gutem Umschaltverhalten und Rhythmuswechseln beschäftigte die Elf von Sören Weinfurtner den Ligaprimus weiter und erspielte sich nach 17 Minuten die nächste dicke Möglichkeit. Rödinghausens Schlussmann Jan Schönwälder konnte Cihan Bolat nur per Foul bremsen – Strafstoß. Doch Pascal Koopmann scheiterte vom Punkt. Es war bereits der dritte vergebene Elfmeter in dieser Saison.

Es sollte nicht der letzte Aufreger des Abends sein. Denn jetzt mischte sich auch Schiedsrichter Dimitrios Gavrilas aus Bielefeld ein. Rödinghausens Robert Mainka foulte mit gestrecktem Bein Karamarko, Rot als Konsequenz war eine zu harte Strafe (20.). In Überzahl aber blieb Münster am Drücker und belohnte sich kurz vor der Pause. Eine Ecke von Kai Kleine-Wilke drückte Bolat am langen Pfosten über die Linie (43.).

Nach dem Wechsel bemühte sich der SVR, Druck auf den Kasten von Aziz Recep aufzubauen. Doch einzig mit Fernschüssen zwang die hochgelobte Offensive Preußens Schlussmann zu Paraden. „Wir haben das Geschehen gut im Griff gehabt, haben aber leider die Konterchancen schlampig ausgespielt“, sagte Münsters Coach Sören Weinfurtner, der nach 73 Minuten den Anfang der Wende erlebte. Ein Flügelwechsel versprang Waldemar Jurez, der dann auf SCP-Kapitän Christoph Blesz auflief. Erneut zeigte sich Gavrilas farbenfroh und schickte überraschend den Linksverteidiger mit der Ampelkarte vom Feld. „Es ist einfach schade, dass der Schiedsrichter mit zwei völlig überzogenen Entscheidungen den Charakter des Spiels ändert“, erklärte Weinfurtner verärgert.

Hektische Schlussphase

In Gleichzahl erhöhte Rödinghausen das Risiko, drängte vehement auf den Ausgleich. Und der fiel: Florian Rüter traf per Freistoß aus 18 Metern (86.), in der dritten Minute der Nachspielzeit folgte gar der Niederschlag. Aus dem Gewühl traf Bünyamin Atasayer zur Entscheidung. „Die Niederlage ist bitter, wir hätten vorher das zweite Tor machen müssen“, so Weinfurtner.


  • SCP II: Recep - Kleine-Wilke, Grupe, Günner, Blesz - Kaldewey, Gatzke (73. Pöhlker) - Karamarko (85. Korte), Koopmann, Büscher - Bolat (78. Seiler)
  • Tore: 0:1 Bolat (43.), 1:1 Rüter (86.), 2:1 Atasayer (90.+3)
  • Gelb-Rot: Blesz (73.) - Rot: Mainka (SVR/20.)
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Autor
Henner Henning
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    19. Oktober 2012, 21:48 Uhr
    Aktualisiert:
    19. Oktober 2012, 22:58 Uhr