Holtby-Abgang: Hält diese "Ehe" bis zum Saisonende?
GELSENKIRCHEN Das Pokerspiel ist beendet: Gestern gab der FC Schalke 04 nun auch offiziell bekannt, was das Medienhaus Bauer bereits berichtet hatte: Lewis Holtby hat das Schalker Vertragsangebot abgelehnt.
Lewis Holtby wechselt zu Tottenham Hotspurs. (Foto: dpa)
„Wir haben uns gewünscht, dass Lewis seine Zukunft auch über die Spielzeit hinaus beim FC Schalke 04 sieht. Doch ähnlich wie Klaas-Jan Huntelaar hat er nun eine sportliche Entscheidung getroffen, die wir respektieren“, erklärte Schalke-Manager Horst Heldt.
Wohin Holtby (Foto) wechseln wird, ist noch offen. Als „heißeste“ Interessenten gelten der FC Liverpool, FC Arsenal und Tottenham Hotspurs. Ob der 22-Jährige erst nach dem Saisonende oder eventuell schon in der Winterpause wechselt, ist ebenfalls eine spannende Frage. Schalke muss abwägen, ob es seinen vorzeitigen Wechsel sportlich verkraften kann. Holtby hatte sich seit seiner Rückkehr zu den Königsblauen 2011 zum Stammspieler hochgearbeitet und vor allem in der U 21-Nationalelf, die sich für die EM-Endrunde 2013 in Israel qualifiziert hat, überragende Leistungen geboten. Zuletzt zeigte seine Formkurve jedoch nach unten.
Andererseits könnte Schalke 04 bei einem entsprechenden Angebot noch eine Ablösesumme für Holtby bekommen. Das scheint jedoch nicht geplant zu sein. Denn Manager Heldt betont: „Wir sind uns sicher, dass Lewis bis zum letzten Spieltag der Saison alles dafür geben wird, zum sportlichen Erfolg unserer Mannschaft seinen Beitrag zu leisten.“ Laut Heldt gibt es bisher auch keine Anfrage für Holtby.
Allerdings steht der Mittelfeldspieler jetzt unter verschärfter Beobachtung der Schalker Anhänger. Denn die werden jetzt ganz genau hinschauen, ob Holtby in Gedanken schon bei seinem neuen Club ist oder wirklich bis zur letzten Minute alles für die Königsblauen gibt. Zuletzt musste Holtby schon viele Pfiffe der eigenen Fans nach schwachen Leistungen hinnehmen. Auf der Facebookseite von Holtby hagelte es reichlich Kritik für den Jung-Nationalspieler, der unter anderem als „Heuchler“ beschimpft wird, weil er bei jeder Gelegenheit in der Vergangenheit betont hatte, wie stolz er sei, für Schalke zu spielen.
Schon bald für die Königsblauen aktiv sein könnte dagegen der Mainzer Jan Kirchhoff. Schalke soll sich mit dem Abwehrspieler bereits über einen Wechsel in der Winterpause einig sein. Kirchhoff soll einen Vertrag bis 2016 erhalten. Christoph Moritz könnte im Gegenzug zu den Mainzern wechseln. Schalke hat großes Interesse an Kirchhoff, weil nicht absehbar ist, wann der am Knie operierte Papadopoulos wieder fit ist.


